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Parkinson: Chirurgische Eingriffe

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (19. September 2014)

Bevor wirksame Medikamente gegen Morbus Parkinson zur Verfügung standen, spielte bei der Parkinson-Therapie die Chirurgie eine große Rolle. Ärzte nahmen chirurgische Eingriffe wie die Pallidotomie oder Thalamotomie vor – teils mit schwerwiegenden Nebenwirkungen:

  • Die Pallidotomie besteht darin, dass ein Neurochirurg einen nur wenige Millimeter kleinen Anteil eines Gebietes tief im Gehirn zerstört. Dieses Gebiet heißt Pallidum und gehört zu den Basalganglien. Es reguliert die Bewegungsabläufe des Menschen. Ein Teil des Pallidums bremst die Bewegungen. Bei Menschen mit Morbus Parkinson ist diese Region überaktiv. Dies erklärt die typischen Parkinson-Symptome wie Muskelsteifheit (Rigor) und zunehmende Bewegungsarmut (Hypo- bzw. Akinese) und das kleinschrittige und schlurfende Gangbild. Die Parkinson-Therapie durch Pallidotomie verfolgt das Ziel, die Bewegungsabläufe bei der Parkinson-Krankheit wieder geschmeidiger und flüssiger zu machen.
  • Ähnlich wie bei der Pallidotomie geht man bei der Thalamotomie vor: Hierbei erfolgt der Eingriff jedoch im Gehirn im Bereich des sogenannten Thalamus. Vor allem das Zittern (Tremor) soll sich bei Parkinson durch diese Therapie verringern.

Beide Eingriffe zählen zu den sogenannten stereotaktischen Behandlungen, bei denen der Operateur über ein kleines Bohrloch im Schädelknochen tief gelegene Hirnregionen erreichbar macht. Heutzutage kommen sie bei Morbus Parkinson nur noch in besonderen Einzelfällen zur Therapie infrage.

Hochfrequenz-Tiefenhirnstimulation

Wenn heutzutage bei Parkinson (Morbus Parkinson, Parkinson-Krankheit) eine operative Therapie erfolgt, dann in der Regel in Form einer Hochfrequenz-Tiefenhirnstimulation: Mit dieser Methode steht seit einigen Jahren eine neue Möglichkeit zur Parkinson-Behandlung zur Verfügung. Bei der tiefen Hirnstimulation erzeugen ins Gehirn eingepflanzte Elektroden winzige Ströme, die vorübergehend gewisse Gehirnregionen anregen, ohne dabei das Gewebe zu schädigen. Das Verfahren zielt darauf ab, die Symptome der Parkinson-Krankheit abzuschwächen.

Allerdings kommt die Operation nur dann zur Parkinson-Therapie zum Einsatz, wenn andere Therapien nicht ausreichend Wirkung gezeigt haben und spezielle Kriterien erfüllt sind. So muss der Patient etwa gut auf L-Dopa ansprechen und es muss feststehen, dass tatsächlich Morbus Parkinson vorliegt und kein anderes Parkinson-Syndrom mit bekannter Ursache.

Die Hochfrequenz-Tiefenhirnstimulation verhindert nicht, dass die eigentliche Erkrankung voranschreitet. Diese Therapie verringert ausschließlich die Parkinson-Symptome.

Ambulante videounterstützte Therapie (videodokumentierte Behandlung)

Seit einigen Jahren verfolgt man bei der Parkinson-Therapie einen Ansatz, bei dem die Betroffenen zu Hause über einen gewissen Zeitraum unter Videobegleitung in Rücksprache mit dem behandelnden Facharzt für Erkrankungen des Nervensystems (Neurologe) ihre Behandlung anpassen können. Für diese ambulante videounterstützte Therapie oder videodokumentierte Behandlung installiert man eine Kamera und einen Drucker bei Ihnen, zum Beispiel im Wohnzimmer. Nur Sie selbst können die Kamera starten. Etwa einen Monat lang machen Sie zu festgelegten Zeiten etwa zwei Minuten dauernde Aufnahmen und führen dabei Bewegungen und Aufgaben aus, die ein Programm abfragt. So dokumentieren Sie jeweils den aktuellen Stand Ihrer Beweglichkeit.

Ziel dieser Videobegleitung bei Morbus Parkinson ist es, Ihre Versorgung zu verbessern und die Art und Dosis der Medikamente optimal auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen. Die videounterstützte Parkinson-Therapie strebt an, dass Sie seltener eine Klinik aufsuchen müssen, um Ihre Medikamente einzustellen. Die Methode eignet sich für Sie, wenn Ihre Bewegungsfähigkeit während des Tages stark schwankt – in dem Fall ist es besonders wichtig, die Medikamente gegen die Parkinson-Krankheit individuell sorgfältig einzustellen: Bei der Behandlung sind dann Ihr Tagesablauf, Ihre Ernährungsgewohnheiten und Ihr soziales Umfeld zu berücksichtigen.

Physiotherapie

Es empfiehlt sich, die medikamentöse Parkinson-Therapie durch eine Physiotherapie zu ergänzen. Diese Behandlung besteht darin, gezielt Alltagsaktivitäten wie das aufrechte Gehen, das Aufstehen oder das Aufrichten im Bett zu üben. Den Übungen kommt bei Morbus Parkinson große Bedeutung zu.

Ernährung und Bewegung

Des Weiteren spielen bei der Parkinson-Therapie die richtige Ernährung und Bewegung eine große Rolle: Wenn Sie Morbus Parkinson haben, ist es wichtig, dass Sie ausreichend trinken und fettarm essen. Neben einer gesunden Ernährungsweise ist es bei der Parkinson-Krankheit außerdem ratsam, sich regelmäßig zu bewegen und Sport zu treiben. Empfehlenswert sind zum Beispiel Wandern, Schwimmen und Gymnastik.






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