Otosklerose: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (03. Juli 2015)

Bei einer Otosklerose ist eine Therapie sinnvoll, wenn Ihr Hörvermögen so beeinträchtigt ist, dass Sie gesprochene Sprache nur noch bei einer Lautstärke von mindestens 20 bis 30 Dezibel hören können und Ihre Kommunikation dadurch stark eingeschränkt ist. Die Behandlung der Otosklerose beschränkt sich auf eine Operation am Mittel- und Innenohr. Eine erfolgversprechende nicht-operative Behandlungsmöglichkeit (z.B. Medikamente) steht bislang nicht zur Verfügung.

Wer sich wegen einer Otosklerose einer operativen Behandlung unterzieht, kann damit rechnen, nach rund zwei bis drei Wochen wieder arbeiten zu können – vorausgesetzt, der Eingriff und die Heilung verlaufen ohne Komplikationen.

Wer sich nicht operieren lassen kann oder möchte, kann ein Hörgerät verordnet bekommen, um sein Hörvermögen zu verbessern.

Stapedektomie

Eine Möglichkeit, die Otosklerose  zu behandeln, ist die sogenannte Stapedektomie – das heißt: Der Arzt entfernt den Steigbügel mit feinsten Instrumenten oder einem Laser. Während der Stapedektomie entnimmt der Arzt den angewachsenen Steigbügel und einen Teil seiner Fußplatte. Anschließend ersetzt er das entfernte Gehörknöchelchen durch eine Prothese (sog. Stapesplastik). Diese setzt der Arzt zwischen dem langen Schenkel des mittleren Gehörknöchelchens (Amboss) und dem Bereich ein, wo nun ein Teil der Steigbügelfußplatte fehlt. Die Prothese übernimmt damit die Aufgabe des Steigbügels: Sie überträgt die Schallschwingungen wieder ungehindert über die Gehörknöchelchen direkt auf die Innenohrflüssigkeit.

Meist findet die Otosklerose-Operation unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) statt. Dies hat den Vorteil, dass sich Hörveränderungen sofort überprüfen und gegebenenfalls korrigieren lassen. Der Arzt spritzt das Betäubungsmittel in den äußeren Gehörgang. Durch einen kleinen Schnitt erweitert er dann den Gehörgang, löst das Trommelfell in der hinteren Region ab und klappt es vor, sodass die Gehörknöchelchen Steigbügel und Amboss sichtbar sind. Nach der Stapedektomie bringt er das Trommelfell wieder an seinen ursprünglichen Platz.

Schema Otosklerose

1.) Zustand vor der Operation; 2.) Stapedotomie; 3.) Stapedektomie. Bei beiden OP-Formen ersetzt der Arzt den versteiften Steigbügel durch eine Prothese.

Stapedotomie

Heutzutage kommt bei der Otosklerose zur Therapie jedoch überwiegend die sogenannte Stapedotomie zum Einsatz. Der Grund: Diese Operationstechnik ist – obwohl sie recht ähnlich verläuft – mit weniger Komplikationen verbunden. Bei der Stapedotomie entfernt der Arzt nur die Steigbügelschenkel – die Fußplatte bleibt bestehen. Mit einem Laserstrahl oder einer spitzen Nadel bohrt er ein kleines Loch in die Fußplatte und führt darin eine stempelförmige Platin-Teflon-Prothese ein, die am Amboss befestigt wird. Die Prothese kann Schallschwingungen wieder störungsfrei übertragen und so das Hörvermögen verbessern.


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