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Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung)

Formen der Osteomyelitis

Stand: 25. April 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei der Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung) sind verschiedene Formen voneinander abgrenzbar. Die Definition der zwei folgenden Formen der Osteomyelitis erfolgt nach den unterschiedlichen Wegen ihrer Entstehung; beide können akut und chronisch verlaufen:

  • Endogene (hämatogene) Osteomyelitis: Diese Form der Knochenmarkentzündung entsteht, wenn die ursächlichen Bakterien von einem anderen Infektionsherd im Inneren des Körpers stammen (endo = innen) und über das Blut (hämatogen) ins Knochenmark gelangen.
  • Exogene Osteomyelitis: Diese Infektion ist die Folge von Verletzungen oder Operationen, bei denen die Erreger von außen (exo = außen) ins Knochenmark gelangen.

Die akute endogene Osteomyelitis tritt, bedingt durch die anatomischen Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen, in drei Arten auf:

  1. Akute hämatogene Säuglingsosteomyelitis: Bei Neugeborenen können die Erreger der Osteomyelitis die Knochenenden (Epiphysen) befallen und in die Gelenke eindringen. Dann kommt es zusätzlich zur Knochenmarkentzündung zu einem eitrigen Gelenkerguss, der negative Folgen für das Gelenk haben kann: Es kann sich zum Beispiel verformen und ein gestörtes Wachstum zeigen.
  2. Akute hämatogene Osteomyelitis im Kindesalter: Bei Kindern und Jugendlichen im Wachstumsalter stellt die nicht durchblutete Epiphysenfuge für die Bakterien eine unüberwindbare Barriere zwischen wachstumsaktiver Zone des Knochens (Metaphyse) und Knochenende dar. Osteomyelitiden bleiben deshalb fast immer auf die Metaphyse beschränkt. Die Erreger können nur Gelenke befallen, bei denen die Gelenkkapsel den Metaphysenbereich einbezieht (wie das Hüftgelenk).
  3. Akute hämatogene Osteomyelitis des Erwachsenen: Bei Erwachsenen kann sich eine Osteomyelitis wieder bis in die Gelenke ausdehnen und zu Gelenkergüssen führen, da die schützende Barriere zwischen Metaphyse und Knochenende nach Abschluss des Wachstums nicht mehr besteht. Die Erreger der ursprünglichen Knochenmarkentzündung breiten sich oft über die Knochenhaut in die knöcherne Umgebung aus und bilden eitrige Verbindungsgänge – sogenannte Fisteln – vom Knochen in andere Körperhöhlen oder zur Körperoberfläche.

Weiterlesen: Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung): Definition – Häufigkeit

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