Startseite > Krankheiten > Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung) > Definition
Stand: 25. April 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Der Begriff Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung) bezeichnet per Definition eine eitrige Infektion des Knochenmarks, die sich im weiteren Verlauf auf andere Bestandteile des Knochens und auf die Knochenhaut ausbreitet. In der Regel sind Bakterien, vor allem Staphylococcus aureus, für die Infektion des Knochenmarks verantwortlich.
Bei der Entstehung einer Osteomyelitis sind vor allem die Röhrenknochen – die langen Knochen der Extremitäten – von Bedeutung. Das in der Kindheit stattfindende Längenwachstum des Körpers ist unter anderem eine Folge der Verlängerung der Röhrenknochen. Die wachstumsaktive Zone heißt Metaphyse und liegt zwischen dem Knochenende und dem Knochenschaft. Sie ist durch einen räumlichen Spalt – die Epiphysenfuge – vom Knochenende getrennt. In der Kindheit besteht die Epiphysenfuge aus Knorpel; sie verknöchert nach Abschluss des Längenwachstums.
Beim Säugling besitzt das Knochenende keine eigene Blutversorgung. Die Versorgung des Knochens erfolgt durch Blutgefäße der Metaphyse, die durch die Epiphysenfuge laufen. Daher kann bei Neugeborenen auch das Knochenende von einer Osteomyelitis betroffen sein, wobei die Infektion durch die enge anatomische Beziehung auf das angrenzende Gelenk übergreifen kann. Nach dem zweiten Lebensjahr besitzt das Knochenende eigene Blutgefäße, die Epiphysenfuge ist nicht durchblutet und stellt eine Barriere zwischen Metaphyse und Knochenende dar, über die sich keine Infektionen mehr ausbreiten können. Die Gelenke sind dadurch bis auf einige Ausnahmen, bei denen anatomische Besonderheiten vorliegen (z.B. Hüftgelenk), vor der Beteiligung an einer Knochenmarkentzündung geschützt. Wenn das Wachstum abgeschlossen und die Epiphysenfuge verknöchert ist, verbindet sich die Blutversorgung von Knochenende und Metaphyse wieder miteinander. Durch die fehlende Barriere ist nun erneut eine Beteiligung von Knochenende und Gelenk an der Osteomyelitis möglich.
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