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Hodenentzündung (Orchitis)

Hodenentzündung (Orchitis): Ursachen

Stand: 24. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Einer akuten Hodenentzündung (Orchitis) liegen als Ursachen meist Infektionen mit Viren zugrunde; seltener lösen Bakterien die Entzündung der Hoden aus. Die Erreger gelangen entweder über den Blutweg oder von benachbarten Strukturen, beispielsweise bei einer Nebenhodenentzündung, in den Hoden. In seltenen Fällen sind nicht Infektionen die Ursachen für eine akute Hodenentzündung, sondern schwere Gewalteinwirkungen.

Die häufigste Ursache für eine Orchitis ist eine Infektion des Körpers mit Mumpsviren, den sogenannten Paramyxoviren. Der Hoden entzündet sich dabei als Komplikation bei Mumps. Daneben kann eine Hodenentzündung ihre Ursachen zum Beispiel auch in den Viren haben, die für pfeiffersches Drüsenfieber, Grippe und Windpocken verantwortlich sind.

Eine durch Bakterien verursachte Hodenentzündung ist wesentlich seltener. Sie äußert sich meistens durch ein eitrig entzündetes Hodengewebe. Die bakterielle Orchitis entsteht entweder durch Weiterleitung der Erreger einer Harnröhrenentzündung oder Prostataentzündung über die Harnröhre oder indem sich die Bakterien bei einem Befall der Nebenhoden oder der Hodenhüllen auf den Hoden ausbreiten. Typische Ursachen der bakteriellen Hodenentzündung sind die sexuell übertragbaren Gonokokken , die für Tripper (Gonorrhoe) verantwortlich sind.

Bakterielle Infektionen können auch über den Blutweg zu einer Orchitis führen. Dies geschieht zum Beispiel durch A-Streptokokken bei Scharlach oder durch den Erreger Treponema pallidum pallidum im fortgeschrittenen Stadium der Syphilis. Bei Kindern kommen außerdem Pneumokokken und Salmonellen als mögliche Ursachen für eine bakterielle Hodenentzündung infrage.

Chronische Hodenentzündung

Eine chronische Hodenentzündung (Orchitis), deren Ursachen Infektionon sind (sog. spezifische chronisch-granulomatöse Orchitis) ist in Mitteleuropa selten. Sie entsteht durch Erkrankungen wie Syphilis, Tuberkulose oder Lepra.

Es gibt auch eine nicht-infektiöse chronische Form der Hodenentzündung, deren Ursachen sogenannte autoimmune Vorgänge sind. Dabei bildet der Körper Antikörper und Blutzellen, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet sind und über einen längeren Zeitraum hinweg das Hodengewebe zerstören. Diese sogenannte unspezifische chronisch-granulomatöse Orchitis tritt einseitig und meist bei Männern mit Blasenentleerungsstörungen im Alter zwischen 60 und 70 Jahren auf.

Weiterlesen: Hodenentzündung (Orchitis): Symptome

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