Anzeige

Anzeige

Onchozerkose (Flussblindheit)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (05. Januar 2016)

© Jupiterimages/Hemera

Als Onchozerkose (Flussblindheit) bezeichnet man eine Infektion mit dem Fadenwurm Onchocerca volvulus, bei der es ohne Therapie nach Jahren zur Erblindung kommen kann. Die Erkrankung tritt vor allem in Afrika sowie vereinzelt in Mittel- und Südamerika auf.

Fadenwürmer der Art Onchocerca volvulus zählen zu den Parasiten. Die Larven dieser Fadenwürmer (sog. Mikrofilarien) werden durch den Stich der tagaktiven Kriebelmücke (Simulium) auf den Menschen übertragen. Kriebelmücken brüten hauptsächlich in der Nähe von Flüssen, deshalb infizieren sich Menschen auch hauptsächlich in Flussnähe mit dem Parasiten. In der Folge kommt es vor allem in Flussregionen zu Erkrankungen, was zur umgangssprachlichen Bezeichnung Flussblindheit geführt hat. Anfangs äußert sich eine Onchozerkose jedoch nicht durch Augenbeschwerden, sondern durch Beschwerden der Haut, wie einem flüchtigen Hautausschlag mit juckenden Knötchen.

Onchozerkose: Eine afrikanische Frau trägt eine Schüssel über eine Brücke. © Jupiterimages/iStockphoto

Onchozerkose-Fälle treten vor allem in der Nähe von Flüssen auf.

Im Körper des Menschen entwickeln sich die Larven nach mehreren Monaten zu geschlechtsreifen Fadenwürmern. Diese nisten sich knäuelartig im Unterhautgewebe ein und führen so zur Bildung der bei Flussblindheit typischen Hautknoten: den sogenannten Onchozerkomen. Dauert der Befall bereits länger an, verliert die Haut an Elastizität und es kann zu Pigmentstörungen kommen.

Die Larven der Fadenwürmer können sich in der Haut bewegen und so im Körper ausbreiten. Auf diese Weise gelingt es ihnen bis zu den Augen zu wandern, wo sie ohne Therapie zu Augenschäden bis hin zur Erblindung führen können. Durch eine rechtzeitige Therapie lässt sich eine Onchozerkose und dadurch auch eine mögliche Erblindung jedoch aufhalten beziehungsweise verhindern.

In Afrika hat sich die Zahl der Onchozerkose-Fälle dank einer flächendeckenden Behandlung der Bevölkerung zahlreicher afrikanischer Regionen mit dem Wirkstoff Ivermectin seit 1995 stark reduziert: Gab es 1995 noch über 40 Millionen Onchozerkose-Betroffene in Afrika, waren es 2010 nur noch etwa 16,2 Millionen.

Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst

Anzeige