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Forenexperte: Prof. Dr. Peter Wust
Forum Krebserkrankungen
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Stand: 25. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ein Oligodendrogliom ist ein Hirntumor und gehört, wie auch das Astrozytom und das Glioblastom, zur Gruppe der Gliome. Gliome entstehen aus Zellen, die im Gehirn das Stützgerüst – auch Glia genannt – bilden. Ein Oligodendrogliom kann als langsam wachsende Variante mit guter Prognose oder als schnell wachsender, bösartiger Tumor vorkommen.
Etwa zwei Prozent aller Gehirntumoren sind Oligodendrogliome. Sie treten am ehesten im mittleren Lebensalter (zwischen viertem und fünftem Lebensjahrzehnt) auf und betreffen Frauen und Männer gleich häufig. Wie andere Gliome können sie überall im Großhirn vorkommen, befallen allerdings oft die Großhirnhälften im Stirnbereich.
Bislang ist nicht genau entschlüsselt, was als Ursache dazu führt, dass ein Oligodendrogliom entsteht. Als Erstsymptome treten beim häufig Krampfanfälle (epileptische Anfälle) auf. Je nach Lage und Größe des Tumors kommt es zu weiteren unterschiedlichen Beschwerden. Dazu gehören zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Sehstörungen und Bewusstseinsstörungen. Auch Gangunsicherheit oder Gedächtnisstörungen können als Symptome bei einem Oligodendrogliom auftreten.
Bei der Oligodendrogliom-Diagnose sind, wie bei allen anderen Hirntumoren, neben der ärztlichen Befragung auch spezielle Untersuchungen wichtig. Hat der Betroffene einen oder mehrere epileptische Anfälle erlitten, ist es zum Beispiel sinnvoll, die Hirnströme mittels einer Elektroenzephalographie – kurz EEG – zu messen. Besonders wichtig sind bei der Diagnose von Oligodendrogliomen die sogenannten bildgebenden Verfahren, hier vor allem die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT).
Die optimale Therapie – eine komplette Tumorentfernung – kann zu mehrjähriger Beschwerdefreiheit führen. Allerdings treten Oligodendrogliome in ungefähr der Hälfte der Fälle erneut auf (sog. Rezidiv). Auch lässt sich ein Oligodendrogliom nicht immer vollständig operativ entfernen. Strahlentherapie oder Chemotherapie werden dann notwendig.
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