Startseite > Krankheiten > Ohrenerkrankungen > Das Ohr – mehr als ein Schalltrichter > Vom Fell über die Knochen ins Labyrinth
Stand: 29. November 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Ein Blick auf das Ohr kann uns zum Schmunzeln bringen – und nicht wenige Menschen schämen sich für ihre Segelohren. Der außen sichtbare Teil des Ohrs heißt Ohrmuschel und hat die wichtige Funktion, die Schallwellen einzufangen. Die Ohrmuschel arbeitet als Schalltrichter. Durch den äußeren Gehörgang leitet sie die Schallwellen zum Trommelfell weiter. Diese Membran überträgt die Schwingung direkt auf den Hammer, das erste Glied einer beweglichen Kette aus drei Gehörknöchelchen. Hammer, Amboss und Steigbügel leiten die Schallwellen vom Trommelfell zum Innenohr weiter.
Durch Gelenke und Bänder verbunden und gesichert "hängen" die drei Gehörknöchelchen in der spaltförmigen Paukenhöhle, einem Teil des Mittelohrs. Das Mittelohr fasziniert mit einer weiteren Besonderheit: Über die etwa vier Zentimeter lange Ohrtrompete (auch Eustachische Röhre oder Tube genannt) steht es mit dem Nasenrachenraum in Verbindung. Der Zweck: Die Ohrtrompete sorgt für Frischluft in der Paukenhöhle und ermöglicht den Druckausgleich.
Die Schallleitung endet im Mittelohr beim dritten Gehörknöchelchen, dem Steigbügel. Er sitzt mit seiner Fußplatte im sogenannten ovalen Fenster, über das sich der Schall vom Mittelohr auf das Labyrinth des Innenohrs überträgt. Verknöchert die Verbindung von Steigbügel und ovalem Fenster, leitet sie den Schall nicht mehr gut weiter; dies kann zum Beispiel bei einer Otosklerose der Fall sein.
Hinter dem ovalen Fenster beginnt das flüssigkeitsgefüllte Schlauchsystem des Labyrinths. Der Ort des Hörens ist die Schnecke – in ihren Windungen breitet sich der Schall als Welle aus und erregt die sogenannten Haarzellen. In den Vorhöfen und Bogengängen des Labyrinths liegen die Sinneszellen des Gleichgewichtssystems. Flüssigkeitsströmungen erregen diese Sinneszellen, etwa wenn der Kopf sich dreht oder der Körper sich beschleunigt. Nerven leiten die Erregungen des Hör- und Gleichgewichtssinns vom Labyrinth zum Gehirn weiter.
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