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Tinnitus (Ohrgeräusche)

Tinnitus: Definition

Stand: 12. November 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei einem Tinnitus (Ohrgeräusche), auch Tinnitus aurium genannt, handelt es sich um die anhaltende oder wiederkehrende subjektive Wahrnehmung (subjektiver Tinnitus) eines Tons oder Geräuschs ohne akustische Stimulation von außen.

Unter einem objektiven Tinnitus versteht man dagegen genaugenommen Ohrgeräusche, die objektiv, also auch vom Arzt mit speziellen Geräten wahrgenommen werden können. Objektive Ohrgeräusche entstehen durch eine körpereigene Schallquelle, die nahe am Innenohr liegt, zum Beispiel durch anatomische oder physiologische Veränderungen (wie Gefäßverengungen). Häufig ist das wahrgenommene Geräusch dann pulssynchron. Verkrampfungen des Binnenmuskels im Mittelohr oder der Gaumenmuskeln führen dagegen zu klickenden Geräuschen. Funktioniert der Verschluss der Ohrtrompete (Eustachische Röhre), die das Mittelohr mit dem Nasenrachenraum verbinden, nicht richtig, hört man unter Umständen atemabhängige Geräusche.

In Abhängigkeit von der Dauer der Ohrgeräusche unterscheiden Mediziner drei Formen von Tinnitus:

  • akuter Tinnitus: besteht seit bis zu drei Monaten
  • subakuter Tinnitus: besteht seit drei bis zwölf Monaten
  • chronischer Tinnitus: besteht länger als zwölf Monate

Außerdem kann man Tinnitus in unterschiedliche Schweregrade einteilen:

  • kompensierter Tinnitus (Grad I bis II): Der Betroffene nimmt das Ohrgeräusch wahr, kann jedoch damit umgehen, es kommt nicht zu gesundheitlichen Problemen, die Lebensqualität wird nicht weiter beeinträchtigt.
    • Grad I: kein Leidensdruck
    • Grad II: Ohrgeräusch vorwiegend in Stille, tritt verstärkt bei Stress und Belastung auf.
  • dekompensierter Tinnitus (Grad III bis IV): Der Tinnitus hat spürbare Auswirkungen auf die Gesundheit und erzeugt einen hohen Leidensdruck.
    • Grad III: Anhaltende Beeinträchtigung im Privat- und Berufsleben; es kommt zu weitere Beschwerden wie z.B. Konzentrationsstörungen, Muskelverspannungen, Schlafproblemen oder sozialem Rückzug.
    • Grad IV: Betroffene nehmen den Tinnitus ständig wahr und empfinden ihn als Krankheit, die das Privat- und Berufsleben massiv beeinträchtigt. Es treten verstärkt weitere gesundheitliche Probleme auf.

Häufigkeit

Akute Ohrgeräusche sind ein häufiges Phänomen. Schätzungen zufolge hatten etwa 25 Prozent der Bevölkerung schon einmal ein Ohrgeräusch, das jedoch nur vorübergehend auftrat.

Ein chronischer Tinnitus, also anhaltende Ohrgeräusche, kommt dagegen seltener vor. Er kann in jedem Lebensalter auftreten und betrifft rund vier Prozent aller Erwachsenen. Etwa die Hälfte der Betroffenen fühlt sich durch den Tinnitus stark beeinträchtigt. Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 250.000 Menschen neu an einem Tinnitus. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer.

Da die Lärmbelastung in der Freizeit, zum Beispiel durch laute Musik (MP3-Player, Diskothek, ...), bei vielen zunimmt, tritt Tinnitus mittlerweile verstärkt bei jungen Menschen auf. In Deutschland sind mehr als fünf Prozent der Jugendlichen und unter 29-Jährigen von Tinnitus betroffen.

Weiterlesen: Tinnitus: Ursachen

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