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Schwerhörigkeit

Schallleitungsschwerhörigkeit

Stand: 21. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine Schallleitungsschwerhörigkeit liegt vor, wenn der Schall nicht mehr richtig vom Außenohr über das Trommelfell und die Gehörknöchelchenkette an das Innenohr weitergeleitet werden kann. Diese Form der Schwerhörigkeit kann verschiedene Ursachen haben. Sie entsteht entweder durch einen Verschluss des Gehörgangs, Schäden am Trommelfell oder Störungen der Gehörknöchelchen oder Ohrtrompete.

Die Schwerhörigkeit kann akut eintreten durch Ursachen wie:

  • vermehrte Bildung von Ohrenschmalz (Zerumen) oder das "nach hinten Schieben" des Ohrenschmalzes beim Reinigen mit Ohrenstäbchen
  • Fremdkörper im Gehörgang, z.B. Staub oder bei Kindern oftmals auch kleine Gegenstände, die sie sich beim Spielen aus Neugier in den Gehörgang einführen
  • Wasser, das z.B. nach dem Baden oder Schwimmen ins Ohr eingedrungen ist
  • Entzündung der Haut des Gehörgangs (Otitis externa) oder eine lokal begrenzte Entzündung ausgehend von den Haarwurzeln im Gehörgang (Ohrfurunkel) – durch die entzündliche Schwellung der Haut kann der Gehörgang verschließen.
  • Durchstechen oder Zerreißen des Trommelfells, z.B. bei der Ohrreinigung oder durch einen Schlag auf das Ohr mit der flachen Hand
  • Verschluss oder Verletzung der Ohrtrompete: Die Ohrtrompete (Tube) ist die Verbindung zwischen Mittelohr und Nasenrachen. Sie gleicht den Luftdruck im Mittelohr aus. Bei Schnupfen kann die Tube durch entzündliche Veränderungen verengt oder ganz verschlossen sein. Bei schnellen Luftdruckveränderungen, z.B. beim Fliegen, Seilbahnfahren oder Tauchen, baut sich so ein Druckunterschied zwischen Mittelohr und äußerem Gehörgang auf, der das Trommelfell dehnt und manchmal zerreißt.
  • Verletzungen im Mittelohr oder Schädelbruch, wodurch die Verbindung zwischen den Gehörknöchelchen unterbrochen ist (Luxation)
  • Mittelohrentzündung (Otitis media)

Eine Schallleitungsschwerhörigkeit kann jedoch auch chronisch sein. Ursachen hierfür sind zum Beispiel:

  • angeborene Schalleitungsstörungen aufgrund von fehlentwickelter oder vollständig fehlender Ohrmuschel (Mikrotie), fehlentwickeltem Gehörgang oder angeborenen Fehlbildungen des Mittelohrs (vor allem der Gehörknöchelchen)
  • vermehrtes Knochenwachstum im Gehörgang (Exostosen)
  • Verengungen des Gehörgangs (Stenosen) durch Narben und Entzündungen
  • chronische Mittelohrentzündung
  • chronische Belüftungsstörung der Ohrtrompete (sog. Tubenventilationsstörung): Die Tube ist dauerhaft verschlossen. Besonders bei Kindern kann sich so Flüssigkeit im Mittelohr ansammeln (sog. Paukenerguss). Heilt die Erkrankung nicht aus, verändert sich die Mittelohrschleimhaut (Tympanosklerose) und es entsteht eine hochgradige Schwerhörigkeit.
  • Otosklerose: Entzündliche Umbauprozesse des Knochens fixieren den Steigbügel (Gehörknöchel) und machen ihn damit unbeweglich – der Schall kann nicht mehr richtig an das Innenohr übertragen werden.
  • Geschwulste: Tumoren im Gehörgang und im Mittelohr können sowohl gut- als auch bösartig sein, sind aber relativ selten.

Weiterlesen: Schwerhörigkeit: Ursachen – Schallempfindungsschwerhörigkeit

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