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Schwerhörigkeit

Schallempfindungsschwerhörigkeit

Stand: 21. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die Schallempfindungsschwerhörigkeit ist eine Form der Schwerhörigkeit, bei der das Innenohr den Schall nicht mehr richtig verarbeiten kann. Sie kann akut auftreten oder chronische Formen annehmen. Für die akute Schallempfindungsschwerhörigkeit können verschiedene Ursachen verantwortlich sein:

  • Hörsturz: plötzliche, meist einseitige, Hörverschlechterung
  • starker Lärm über 140 dB
  • akute Infektionen, die auch das Innenohr betreffen, wie Hirnhautentzündung, Gürtelrose am Ohr (Zoster oticus), AIDS, Mumps, Lues (Syphilis), Toxoplasmose, Borreliose, Masern, Scharlach, Typhus und Fleckfieber
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • akute und chronische Vergiftungen durch Stoffe, die in der verarbeitenden Industrie eingesetzt werden wie Lösungsmittel (z.B. Aminobenzol oder Nitrobenzol), Schwermetalle (bspw. Blei und Quecksilber), Fluor, Kohlenmonoxid und Schwefelkohlenstoff
  • Gewalteinwirkung auf den Schädel, die das Innenohr auch dann schädigen kann, wenn der Schlag nicht direkt auf das Ohr trifft. Dabei können die Schädelknochen die Druckwelle auf das Innenohr weiterleiten (Knochenleitung).
  • Schädelbruch: Bei einem Schädelbruch kann die Bruchlinie durch alle Strukturen des Ohrs gehen. Geht die Bruchlinie durch das Innenohr (Pyramidenquerbruch), kann es zu plötzlichem Hörverlust, Schwindel oder einer Gesichtsnervenlähmung kommen.
  • Riss der Membranen zwischen Mittelohr und Innenohr (Fensterruptur) durch operative Eingriffe, Gewalteinwirkungen, Lärmschäden, Druckverletzung (Barotrauma)
  • Stresssituationen (psychogene Schwerhörigkeit)

Die chronische Schallempfindungsstörung entsteht zum Beispiel durch folgende Ursachen:

  • angeborene anatomische Fehlbildungen (z.B. unvollständig ausgebildete Hörschnecke) wie auch funktionelle Störungen
  • tägliche mehrstündige Lärmbelastung über 85 dB über lange Zeit, z.B.bei Metallarbeitern, Baggerfahrern, Straßenbauarbeitern oder Disk Jockeys (DJ) ohne entsprechenden Gehörschutz
  • verschiedene Alterungsprozesse im fünften bis sechsten Lebensjahrzehnt: Zunächst verschlechtert sich das Hören der hohen Frequenzen, so hört man beispielsweise das Zirpen der Grillen nicht mehr. Das Sprachverständnis, besonders bei starken Hintergrundgeräuschen, nimmt ab (sog. Cocktailparty-Effekt).
  • Erkrankungen wie Nieren- und Schilddrüsenfunktionsstörungen, Diabetes mellitus, Gefäßveränderungen (Arteriosklerose) sowie eine Reihe von Immunerkrankungen
  • Druckerhöhung und damit Schädigung der Sinneszellen im Innenohr (Morbus Menière)
  • Schwerhörigkeit aufgrund autoimmuner Antikörper: Diese wurde erstmals 1979 beschrieben und kommt sowohl einzeln als auch in Form von Syndromen (z.B. systemischer Lupus erythematosus) vor.

Weiterlesen: Schwerhörigkeit: Ursachen – Schallverarbeitungsstörung

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