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Stand: 19. April 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei einer Mittelohrentzündung (Otitis media) erfolgt die Therapie schon oftmals bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion mit Antibiotika. Antibiotika sind jedoch nicht in allen Fällen sinnvoll, da sie Nebenwirkungen wie Durchfall hervorrufen können und Resistenzen von Bakterien begünstigen. Sind Bakterien gegen Antibiotika resistent, sprechen sie nicht mehr auf das Medikament an, was die Behandlung erschwert. Der HNO-Arzt verschreibt Antibiotika daher vor allem bei Kindern, die jünger als zwei Jahre sind und bei denen entweder beide Ohren entzündet sind und/oder eitriger Ohrenausfluss vorliegt. Auch wenn sich die Mittelohrentzündung weiter ausbreitet, empfiehlt sich eine Therapie mit Antibiotika.
In anderen Fällen von Mittelohrentzündung rät der Arzt häufig von einer antibiotischen Behandlung ab beziehungsweise er beobachtet zunächst, wie die Entzündung verläuft. So heilt eine Otitis media meist spontan und ohne weitere Komplikationen wieder aus. Ein Arztbesuch ist in jedem Fall notwendig, da der Arzt den Verlauf der Mittelohrentzündung beurteilen und entscheiden kann, welche Therapie angemessen ist.
Verschiedene Medikamente und Anwendungen sind bei einer Mittelohrentzündung zur Therapie sinnvoll. Abschwellende Nasentropfen fördern den Flüssigkeitsabfluss und die Belüftung des Mittelohrs. Dagegen sind bei einer Mittelohrentzündung Ohrentropfen zur Behandlung wenig wirksam, da sie das Mittelohr nicht durch das Trommelfell hindurch erreichen. Schmerzmittel und eine Wärmebehandlung (z.B. durch Rotlicht) können die Beschwerden zusätzlich lindern.
Wenn sich das Trommelfell vorwölbt und spannt oder Komplikationen auftreten, muss der HNO-Arzt es operativ öffnen (sog. Parazentese). Der Eingriff findet unter örtlicher Betäubung oder – bei Kindern – in Vollnarkose statt.
Eine Beschädigung des Trommelfells im Rahmen der akuten Mittelohrentzündung heilt meist spontan ohne operative Therapie ab. Eine chronische Mittelohrentzündung sowie eine daraus entstehende chronische Knocheneiterung, ein sogenanntes Cholesteatom, erfordern jedoch häufig eine Operation. Dabei verschließt der Arzt die defekte Stelle des Trommelfells durch ein Gewebetransplantat (Trommelfellplastik).
Hat sich die Entzündung bereits in den angrenzenden Knochen ausgebreitet (Mastoiditis), ist eine umgehende Operation erforderlich, um die entzündeten Stellen zu entfernen.
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