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Ösophagusdivertikel

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. Juli 2015)

© iStock

Ösophagusdivertikel sind Ausbuchtungen (Divertikel) in der Wand der Speiseröhre (Ösophagus), die entweder durch großen Druck von innen oder durch Zug von außen entstehen. Sie bilden sich an bestimmten Stellen der Speiseröhre. Überwiegend treten Speiseröhrendivertikel bei Männern im höheren Lebensalter auf.

Je nach ihrer Entstehungsweise unterscheidet man beim Ösophagusdivertikel sogenannte Pulsions- und Traktionsdivertikel. Pulsionsdivertikel entstehen durch einen erhöhten Druck in der Speiseröhre, etwa durch die Ansammlung größerer Mengen Speisebreis, und einer gleichzeitig vorliegenden Schwäche der Speiseröhrenwand. Sie bilden sich ...

  • vor allem im oberen Drittel der Speiseröhre (sog. Zenker-Divertikel) und
  • selten im unteren Drittel der Speiseröhre, womit sie in der Nähe vom Zwerchfell, dem großen, flächigen Muskel zwischen Brust- und Bauchraum, liegen (sog. epiphrenisches Divertikel).

Traktionsdivertikel dagegen entwickeln sich durch den Zug benachbarter, entzündlich veränderter Lymphknoten auf die Speiseröhrenwand. Sie liegen im Allgemeinen in der Mitte der Speiseröhre (sog. parabronchiales Ösophagusdivertikel).

Je nach Lage und Größe können Divertikel verschiedene Symptome verursachen: Beim Traktionsdivertikel fehlen Beschwerden oft völlig, sodass sie meist lange unentdeckt bleiben. Die Ösophagusdivertikel  können jedoch auch zu einer Schleimhautentzündung in der Speiseröhre (Ösophagitis) und damit zu Schmerzen und Schluckbeschwerden führen.

Hingegen kann besonders das Zenker-Divertikel sich deutlich bemerkbar machen: Beim Essen und Trinken kann ein gurgelndes Geräusch zu hören sein. Mitunter ist sogar von außen am Hals zu sehen, wenn sich dieses Ösophagusdivertikel mit Nahrung füllt. Die Speisereste, die über längere Zeit in der Aussackung verbleiben, führen oft zu einem starken Mundgeruch.

Doch die Speisen können – zum Beispiel nachts, wenn man flach im Bett liegt – wieder aus dem Ösophagusdivertikel herausgleiten und in die Mundhöhle zurückgelangen. Dann besteht das Risiko, sich zu verschlucken und Speisereste einzuatmen (sog. Aspiration). Die Folge kann eine Lungenentzündung (sog. Aspirationspneumonie) sein. Unter Umständen entstehen als Komplikation auch Eiteransammlungen in der Lunge (sog. Lungenabszesse).

Ösophagusdivertikel, die Beschwerden verursachen, machen zwar eine Operation notwendig – die Heilungschancen sind aber sehr gut.

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