Ösophagusdivertikel (Speiseröhrendivertikel)

Ösophagusdivertikel (Speiseröhrendivertikel): Diagnose

Stand: 28. März 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei einem Ösophagusdivertikel (Speiseröhrendivertikel) ist zur Diagnose das Alter, die Krankengeschichte und die Beschwerden der Betroffenen wichtig – sie lassen bereits Rückschlüsse auf die Art und Lage des Divertikels zu. Bildgebende Verfahren sind besonders wichtig bei Verdacht auf ein Ösophagusdivertikel – sie erlauben eine genaue Diagnose.

Zenker-Divertikel

Bei einem Zenker-Divertikel berücksichtigt der Arzt zur Diagnose-Findung das Alter des Patienten und seine Beschwerden. Zur genauen Diagnose dieses Ösophagusdivertikels (Speiseröhrendivertikels) eignet sich vor allem eine spezielle Röntgenuntersuchung, der sogenannte Ösophagus-Breischluck. Dabei nimmt man ein wasserlösliches Kontrastmittel ein, das unverändert wieder ausgeschieden wird. Das Kontrastmittel erscheint im Röntgenbild weiß, im Gegensatz zum umliegenden Gewebe. Auf diese Weise kann der Arzt die Passage des Kontrastmittels durch die Speiseröhre gut beurteilen. Liegt ein Ösophagusdivertikel vor, füllt es sich mit Kontrastmittel und wird so auf dem Röntgenbild als Ausbuchtung sichtbar.

Eine Spiegelung der Speiseröhre (Endoskopie) ist bei einem Zenker-Divertikel in der Regel zur Diagnose nur dann notwendig, wenn der Arzt ausschließen möchte, dass gleichzeitig mit dem Speiseröhrendivertikel ein Tumor der Speiseröhre vorliegt. Die Endoskopie der Speiseröhre hat Nachteile bei der Diagnose von Speiseröhrendivertikeln: Kleinere Divertikel können bei der Spiegelung leicht übersehen werden. Darüber hinaus besteht die Gefahr einer Verletzung (Perforation) der vorgeschädigten Speiseröhrenwand durch das Endoskop.

Um Bewegungsstörungen der Speiseröhre diagnostizieren zu können, kann der Arzt darüber hinaus eine sogenannte dynamische Videofluoroskopie anwenden. Bei diesem Verfahren handelt es sich um eine röntgengestützte Videoaufzeichnung des kompletten Schluckakts.

Da es sich beim Zenker-Divertikel um ein Pulsionsdivertikel handelt, das durch erhöhten Druck innerhalb der Speiseröhre hervorgerufen wird, kann zur Feststellung der Diagnose auch eine sogenannte Ösophagus-Manometrie durchgeführt werden. Hierbei lässt sich mithilfe eines wassergefüllten Katheters beim Schlucken der Druck in der Speiseröhre messen.

Weiterlesen: Ösophagusdivertikel (Speiseröhrendivertikel): Diagnose – Epiphrenale Divertikel

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