Oberschenkelhals­bruch (Schenkelhalsfraktur): Einteilung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Oktober 2015)

Einen Oberschenkelhalsbruch (Schenkelhalsfraktur) kann man nach unterschiedlichen Gesichtspunkten unterteilen. Die anatomische Einteilung richtet sich nach der Lage der Bruchstelle am Schenkelhals – danach kann man die sogenannte mediale und die laterale Schenkelhalsfraktur voneinander unterscheiden:

  • Die mediale Schenkelhalsfraktur verläuft in der mittleren Ebene des Schenkelhalses. Da in diesem Bereich die Blutgefäße verlaufen, die den Hüftkopf versorgen, ist das Risiko, dass der Hüftkopf infolge der Fraktur teilweise abstirbt (sog. Hüftkopfnekrose), umso höher, je weiter medial die Fraktur liegt. Etwa 95 Prozent aller Schenkelhalsbrüche verlaufen medial.
  • Die laterale Schenkelhalsfraktur verläuft seitlich, von der Mittellinie des Schenkelhalses abgewandt. Etwa 5 Prozent aller Oberschenkelhalsbrüche verlaufen lateral.
Die Einteilung nach Pauwels richtet sich nach dem Winkel zwischen der Horizontalen (= rechter Winkel zur Achse des Oberschenkelknochens) und der Bruchlinie, die eine mediale Schenkelhalsfraktur bildet. Dementsprechend kann man einen Oberschenkelhalsbruch einem der folgenden Typen zuordnen:
Darstellung verschiedener Schenkelhalsbrüche.

Einteilung nach Pauwels

  • Typ I nach Pauwels: Der Winkel zwischen der Horizontalen und der Bruchlinie beträgt bis 30 Grad; solche Oberschenkelhalsbrüche sind recht stabil.
  • Typ II nach Pauwels: Der Winkel zwischen der Horizontalen und der Bruchlinie beträgt zwischen 30 und 50 Grad.
  • Typ III nach Pauwels: Der Winkel zwischen der Horizontalen und der Bruchlinie beträgt mehr als 50 Grad; bei solchen Schenkelhalsfrakturen verschieben sich die Bruchenden wegen der Scherkräfte.

Diese Einteilung der medialen Schenkelhalsfraktur nach Pauwels ist die wichtigste und beeinflusst sowohl die Prognose als auch die Therapie. Daneben hat sich im klinischen Alltag auch die Einteilung nach Garden bewährt, die sich danach richtet, wie stark die Bruchenden verschoben sind. Die Klassifikation der Schenkelhalsfraktur nach Garden lässt Rückschlüsse darauf zu, ob und in welchem Ausmaß der Oberschenkelhalsbruch die Blutversorgung beeinträchtigt:

  • Typ I nach Garden: unvollständiger Schenkelhalsbruch
  • Typ II nach Garden: vollständige Oberschenkelhalsfraktur ohne Verschiebung der Bruchenden
  • Typ III nach Garden: vollständige Fraktur, Bruchenden sind teilweise verschoben
  • Typ IV nach Garden: vollständige Fraktur, Bruchenden sind vollständig verschoben, sodass zwischen den Bruchflächen kein Kontakt mehr besteht

Für die orthopädische Praxis ist ferner eine Einteilung in stabile und instabile Schenkelhalsfraktur notwendig, zumal jeder instabile Oberschenkelhalsbruch eine Operation erforderlich macht:

  • Als stabiler Oberschenkelhalsbruch gilt ein Bruch, der ohne Fehlstellung des Beins eine relativ schmerzfreie Beweglichkeit im Hüftgelenk zulässt. Dies trifft vor allem bei eingestauchten Schenkelhalsfrakturen zu (Pauwels I). Bei diesen Frakturen steht die horizontale Gewichtsbelastung nahezu senkrecht auf der Bruchebene. Der Oberschenkel ist dabei meist aus der Horizontalen leicht nach außen (lateral) wie zu einem O-Bein geneigt. Eine operative Behandlung ist meist nicht notwendig.
  • Als instabiler Oberschenkelhalsbruch muss jede andere Fraktur gelten. Hierbei ist damit zu rechnen, dass sich die Knochen an der Bruchstelle weiter verschieben. Eine Belastung ist nicht möglich und sehr schmerzhaft.

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