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Non-Hodgkin-Lymphom (NHL)

Chemotherapie

Stand: 24. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Zur beim Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) eingesetzten Therapie gehört immer dann eine Chemotherapie, wenn ein ausgedehnter, nicht von Lymphknoten ausgehender (extranodaler) Befall vorliegt oder sich die Krebserkrankung bereits über den Blut- oder Lymphweg ausgebreitet hat. Bei der Wahl der Chemotherapie ist es wichtig zu wissen, ob das Non-Hodgkin-Lymphom ein niedrigmalignes (weniger bösartiges) oder hochmalignes (sehr bösartiges) Lymphom ist.

Niedrigmalignes Non-Hodgkin-Lymphom

Ein niedrigmalignes Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) – wie die Lymphogranulomatosis X, das Immunozytom, die Haarzellleukämie, die chronische lymphatische Leukämie oder das Plasmozytom – bereitet oft über Jahre hinweg kaum Beschwerden. In diesen Fällen würden die Nebenwirkungen einer Therapie mit Chemotherapeutika eine größere Belastung darstellen als das Lymphom selbst. Dementsprechend kommt die Chemotherapie oft erst gegen ein niedrigmalignes Non-Hodgkin-Lymphom zum Einsatz, wenn es Beschwerden oder Komplikationen verursacht.

Hochmalignes Non-Hodgkin-Lymphom

Die gegen ein hochmalignes Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) eingesetzte Therapie verfolgt eine andere Strategie: Ein solches bösartiges Lymphom – wie das Lymphoblastom, das großzellige B-Zell-Lymphom oder das Burkitt-Lymphom – kann man nur durch eine frühzeitig begonnene Chemotherapie heilen; unbehandelt enden hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome rasch tödlich. Bei der frühen Chemotherapie sind die Nebenwirkungen zugunsten der höheren Heilungschancen bewusst in Kauf zu nehmen.

Beim hochmalignen Non-Hodgkin-Lymphom besteht ein Problem der Chemotherapie darin, dass häufig (zu etwa 40%) das Gehirn befallen ist. Hier steht jedoch die Blut-Hirn-Schranke einer erfolgreichen Therapie im Weg: Die Chemotherapeutika sind nicht in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke in ausreichender Menge zu durchdringen. Um die Blut-Hirn-Schranke zu umgehen, gibt der Arzt das Medikament daher direkt in den Liquorraum (Hohlraumsystem im zentralen Nervensystem), der die Gehirnflüssigkeit enthält. Eine zusätzliche Bestrahlung des Gehirns ergänzt diese Behandlung. Trotz der aggressiven Chemotherapie sind Rückfälle (Rezidive) häufig. Da jedoch eine Vielzahl von Chemotherapeutika gegen ein hochmalignes Non-Hodgkin-Lymphom wirksam ist, besteht auch dann die Chance, die Erkrankung zu behandeln und zu heilen.

Weiterlesen: Non-Hodgkin-Lymphom (NHL): Verlauf

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