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Non-Hodgkin-­Lymphom (NHL): Therapie

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (18. November 2014)

Bei einem Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) hängt die Therapie davon ab, welche Form der Erkrankung vorliegt.

Entscheidend für die Behandlung ist außerdem,

  • wie weit sich das Non-Hodgkin-Lymphom ausgebreitet hat,
  • wie groß die Heilungschancen sind,
  • wie alt die Betroffenen sind und
  • welche Begleiterkrankungen bestehen.

Watch and wait

Handelt es sich um ein niedrigmalignes, langsam wachsendes Non-Hodgkin-Lymphom (d.h. ein nicht aggressiv verlaufendes und sehr langsam fortschreitendes NHL) und treten keine Beschwerden auf, kann es sein, dass der Arzt den Tumor zunächst nur beobachtet.

Diese Vorgehensweise nennt man "watch and wait", was bedeutet: beobachten und abwarten. Der Patient muss regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrnehmen, wird aber zunächst nicht behandelt. Eine Therapie ist erst dann nötig, wenn es zu Beschwerden kommt und / oder sich das Lymphom weiter ausbreitet.

Chemotherapie

Vor allem, wenn sich das Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) bereits über den Blut- oder Lymphweg ausgebreitet hat oder wenn ein ausgedehnter, nicht von Lymphknoten ausgehender (sog. extranodaler) Befall vorliegt, kommt eine Chemotherapie infrage.

Zur Chemotherapie kommen sogenannte Zytostatika zum Einsatz: Dies sind zellwachstumshemmende Medikamente, die alle Krebszellen im Körper abtöten sollen. Bei der Wahl der Chemotherapie ist es wichtig zu wissen, wie bösartig (maligne) das Non-Hodgkin-Lymphom ist:

Niedrigmalignes Non-Hodgkin-Lymphom

Ein niedrig- oder weniger malignes Non-Hodgkin-Lymphom macht meist eine dauerhafte Therapie mit Zytostatika nötig. Diese Chemotherapie gegen ein niedrigmalignes Non-Hodgkin-Lymphom kann zum Beispiel aus Tabletten bestehen. Gehen die Symptome der Krebserkrankung zurück, besteht eventuell die Möglichkeit, die Chemotherapie zeitweise zu unterbrechen und / oder (zusätzlich oder anstelle der Medikamente) andere Behandlungsmethoden einzusetzen.

Allerdings kommt gegen ein niedrigmalignes Non-Hodgkin-Lymphom oft erst dann eine Chemotherapie zum Einsatz, wenn Beschwerden oder Komplikationen auftreten oder wenn das Lymphom deutlich fortgeschritten ist. Der Grund: Zum einen bereiten niedrigmaligne Non-Hodgkin-Lymphome – wie die Lymphogranulomatosis X, das Immunozytom, die Haarzellleukämie, die chronische lymphatische Leukämie oder das Plasmozytom – oft über Jahre hinweg kaum Beschwerden. Zum anderen schädigt die Chemotherapie nicht nur die Krebszellen, sondern auch gesundes Gewebe (was zu Nebenwirkungen führt) – und sie allein kann ein niedrigmalignes Non-Hodgkin-Lymphom nicht vollständig heilen. Die Nebenwirkungen der Therapie mit Zytostatika wären in dem Stadium also eine größere Belastung als das Lymphom selbst.

Hochmalignes Non-Hodgkin-Lymphom

Anders als beim niedrigmalignen Lymphom kann man ein hochmalignes Non-Hodgkin-Lymphom – wie das Lymphoblastom, das großzellige B-Zell-Lymphom oder das Burkitt-Lymphom – durch eine frühzeitige Chemotherapie heilen; unbehandelt enden hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome jedoch rasch tödlich. Bei der Chemotherapie müssen Patienten die Nebenwirkungen zugunsten der höheren Heilungschancen in Kauf nehmen.

Wenn ein hochmalignes Non-Hodgkin-Lymphom das Gehirn befallen hat, ist es für eine erfolgreiche Therapie nötig, die Blut-Hirn-Schranke zu umgehen: Die auf übliche Weise zur Chemotherapie verabreichten Medikamente können die Blut-Hirn-Schranke nicht in ausreichender Menge durchdringen. Daher gibt der Arzt das Medikament direkt in den Liquorraum (Hohlraumsystem im zentralen Nervensystem), der die Gehirnflüssigkeit enthält. Eine zusätzliche Bestrahlung des Gehirns ergänzt diese Behandlung. Trotz der aggressiven Chemotherapie sind Rückfälle (Rezidive) häufig. Da jedoch eine Vielzahl von Chemotherapeutika gegen ein hochmalignes Non-Hodgkin-Lymphom wirksam ist, besteht auch dann die Chance, die Erkrankung zu behandeln und zu heilen.

In Kombination mit anderen Therapieverfahren wie etwa der Strahlentherapie oder der Antikörpertherapie können die Heilungsaussichten oft noch verbessert werden.

Strahlentherapie

Ein Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) ist strahlensensibel, spricht also auf eine Therapie durch Bestrahlung an. Diese Strahlentherapie (Radiotherapie) ist jedoch nur örtlich wirksam: Sie wirkt in dem Bereich, der im Bestrahlungsfeld liegt. Da ein Non-Hodgkin-Lymphom aber selten begrenzt auftritt und sich bereits frühzeitig über den Blut- und Lymphweg ausbreitet, kann man es nur in wenigen Fällen durch eine alleinige Strahlenbehandlung heilen. Bei der Behandlung bestrahlt man befallene Lymphknoten und angrenzende Areale. Meist wird die Strahlentherapie ambulant durchgeführt.

Eine Strahlentherapie kommt in Betracht, wenn eine Chemotherapie nicht ausreichend wirksam war und örtlich begrenzte Restherde vorliegen, die für eine Bestrahlung zugänglich sind. Die Strahlentherapie kann auch zusammen mit einer Chemotherapie erfolgen.

Antikörpertherapie

Bei manchen Formen von Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) – etwa beim follikulären Lymphom – können zur Therapie künstlich hergestellte Antikörper zum Einsatz kommen. Die Antikörpertherapie beruht darauf, dass die Antikörper in der Lage sind, bestimmte Strukturen (Antigene) auf der Oberfläche von Tumorzellen zu erkennen. Die Antikörper heften sich an die Tumorzelle und bewirken, dass das körpereigene Abwehrsystem die bösartigen Zellen erkennt und zerstört.

Derzeit gibt es zwei zugelassene Antikörper, die gegen bestimmte Formen von Non-Hodgkin-Lymphomen wirksam sind:

Voraussetzung für einen Behandlungserfolg ist, dass die Tumorzellen des Non-Hodgkin-Lymphoms die entsprechenden Oberflächen-Antigene besitzen. Ob dies der Fall ist, prüft der Arzt vor Beginn einer etwaigen Therapie, indem er die Zellen untersucht. In manchen Fällen erfolgt eine Antikörpertherapie zusammen mit einer Chemotherapie.

Radioimmuntherapie

Unter Umständen kommt bei einem Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) zur Therapie auch eine Radioimmuntherapie infrage: Die Grundlage dieser Behandlung ist eine Antikörpertherapie, bei welcher der Antikörper mit einer radioaktiven Substanz verbunden ist. Der Antikörper dockt nach einem Schlüssel-Schloss-Prinzip an das Oberflächenantigen der Tumorzelle an, woraufhin die radioaktive Substanz die Zelle zerstört.

Stammzelltransplantation mit Hochdosis-Chemotherapie

Die Stammzelltransplantation mit Hochdosis-Chemotherapie zählt nicht zu den Standardtherapien. Da sie den Körper sehr belastet, kommt sie in der Regel nur im Rahmen kontrollierter Studien zum Einsatz.

Die Hochdosis-Chemotherapie kann infrage kommen, wenn es zu einem Rückfall (Rediziv), gekommen ist oder wenn es sich um einen aggressiven Tumor handelt, bei dem andere Therapien nicht ausreichend gewirkt haben. Manchmal kann diese Behandlung auch bei langsam wachsenden Non-Hodgkin-Lymphomen im fortgeschrittenen Stadium sinnvoll sein.

Mithilfe von hoch dosierten Zytostatika werden die Krebszellen zwar wirkungsvoll bekämpft – sie schädigen aber unter anderem auch die blutbildenden Zellen im Knochenmark.

Daher werden dem Patienten vor der Hochdosis-Chemotherapie Stammzellen aus dem Knochenmark entnommen. Nach der Therapie werden die entnommenen Zellen wieder übertragen (sog. autologe Knochenmark oder - Blutzelltransplantation). In seltenen Fällen kann auch ein Fremdspender infrage kommen.

Die Transplantation stellt eine hohe Belastung für den Körper dar. Der Arzt muss sorgfältig abwägen, ob diese Methode für seinen Patienten infrage kommt.

Chirurgische Therapie

Eine Operation ist zur Therapie des Non-Hodgkin-Lymphoms meist ungeeignet, da die Krebserkrankung je nach Stadium den ganzen Körper betrifft. Nur bei bestimmten NHL-Typen kann eine chirurgische Therapie erfolgen – vorausgesetzt, es handelt sich um ein kleines Lymphom, das man vollständig operativ entfernen kann.






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