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Noma (Wasserkrebs, Wasserbrand)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. Juli 2015)

© iStock

Noma (Wasserkrebs, Wangenbrand) ist eine Infektionskrankheit, die in weiten Teilen der Welt – einschließlich Deutschland – nahezu unbekannt ist. Doch in vielen Entwicklungsländern ist Noma eine verheerende Krankheit, die vor allem bei Kindern das Gesicht schwer entstellen kann.

Noma beginnt als Geschwür im Mund und breitet sich ohne Behandlung weiter aus, zerstört die Wangenschleimhaut und greift den Kieferknochen an. Voraussetzung dafür, dass es so weit kommen kann, sind mangelnde Hygiene und ein schlechter Gesundheitszustand. Noma entsteht vermutlich durch eigentlich harmlose Bakterien, die natürlicherweise im Mund vorkommen. Bei gesunden Menschen können sie keinen Wasserkrebs hervorrufen. Fast ausschließlich mangelernährte Kinder in Afrika und Asien, die in schlechten hygienischen Verhältnissen leben und andere Infektionskrankheiten (z.B. Masern) haben, sind von Noma betroffen. Mit Hilfsaktionen zur Verbesserung der hygienischen und medizinischen Versorgung in Entwicklungsländern lässt sich Wangenbrand zum Teil erfolgreich verhindern.

Typischerweise tritt Noma zuerst an der Wangenschleimhaut auf: Nachdem sich dort Geschwüre gebildet haben, schreitet die Infektion unter Zerstörung des betroffenen Gewebes (Weichteile und Knochen) voran – daher die Bezeichnung Wangenbrand. Dabei treten als Folge der Infektion starke Schmerzen und Fieber auf. Essen und Sprechen fallen zunehmend schwerer, da der Mund sich durch die Narbenbildung oft nicht mehr richtig öffnen lässt. Auch Riechen, Sehen und Hören können durch die Krankheit beeinträchtigt werden. Das Gesicht sieht im fortgeschrittenen Stadium von Wasserkrebs regelrecht zerfressen aus. Daher stellt Noma auch eine große seelische Belastung für die Betroffenen dar und führt oft zu deren sozialer Ausgrenzung.

Zur Behandlung von Noma reichen in den Frühstadien antiseptische Spülungen und eine vollwertigere Ernährung aus; im weiteren Verlauf sind Antibiotika gegen den Wangenbrand wirksam. Im fortgeschrittenen Stadium erfordert der Wasserkrebs operative Maßnahmen und plastische Rekonstruktionen der befallenen Bereiche des Gesichts. Da dies in Entwicklungsländern im Allgemeinen jedoch die Möglichkeiten weit übersteigt, nimmt Noma dort meist einen dramatischen Verlauf:

Bis zu neun von zehn Kindern mit Noma sterben aufgrund fehlender medizinischer Hilfe an den Folgen der Krankheit; wer überlebt, hat ein stark verstümmeltes, entstelltes Gesicht.

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