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Forenexperte: Dr. med. Winfried Keuthage
Forum Raucherentwöhnung
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Stand: 20. Oktober 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Nikotinsucht (Nikotinabhängigkeit) ist das zwanghafte Bedürfnis nach Nikotin. Der Nikotinkonsum kann durch Rauchen (Zigarette, Zigarre oder Pfeife) oder Schnupfen von Tabak erfolgen – die meisten Tabakkonsumenten rauchen Zigaretten. Daher spricht man auch von Zigarettensucht, Zigarettenabhängigkeit, Tabaksucht oder Tabakabhängigkeit. Nikotin ist eine giftige pflanzliche Stickstoffverbindung (ein sog. Alkaloid), die gezielt auf Nerven und Gehirn wirkt und eine Sucht hervorrufen kann. In reiner Form ist Nikotin hochgiftig: Bereits 0,05 Gramm sind für den Menschen tödlich. Vor allem Nachtschattengewächse, besonders die Tabakpflanze (Nicotiana tabacum L.), enthalten Nikotin. Sein natürlicher Nutzen besteht vermutlich darin, die Pflanzen für gefräßige Insekten oder andere Tiere ungenießbar zu machen.
Wer eine Nikotinsucht hat, ist auf das Nikotin angewiesen. Dabei unterscheiden sich die seelische (psychische) und die körperliche (physische) Abhängigkeit von Nikotin:
Eine Nikotinabhängigkeit wirkt sich bei jedem Raucher sehr unterschiedlich aus. Bei einer Raucherentwöhnung zeigt etwa ein Drittel der entwöhnten Raucher in den ersten Wochen starke körperliche Entzugserscheinungen. Ein weiteres Drittel erlebt einen milden körperlichen Entzug, während beim letzten Drittel die Nikotinsucht keine körperlichen, sondern ausschließlich psychische Entzugserscheinungen auslöst.
Benannt ist das für die Nikotinsucht (Nikotinabhängigkeit) verantwortliche Nikotin nach dem französischen Diplomaten und Gelehrten Jean Nicot, der im 16. Jahrhundert den Tabak in Europa eingeführt haben soll.
Die Entdeckung des Nutzens der Tabakpflanze (Nicotiana tabacum L.) geht auf die amerikanischen Ureinwohner zurück. Innerhalb des Alltags und der Zeremonien einzelner Indianerstämme hielten die Indianer Rauchrituale ab. Dazu sammelten und mischten sie verschiedene Pflanzen. Tabak diente dabei als Trägersubstanz, die vor allem gewährleistete, dass die Rauchmischung gleichmäßig abbrannte. Im Zug der europäischen Eroberung Nordamerikas gelangte die Tabakpflanze nach Europa.
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