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Nierensteine, Nephrolithiasis

Nierensteine, Nephrolithiasis: Definition

Stand: 6. Januar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Nierensteine beziehungsweise Nephrolithen (griech. nephrós = Niere, líthos = Stein) sind feste Gebilde, die sich beim Nierensteinleiden (= Nephrolithiasis) in der Niere und in den ableitenden Harnwegen (Harnleiter, Harnblase) bilden. Sinnverwandt findet häufig der Begriff Harnsteinleiden (= Urolithiasis, von griech. ùron = Harn) Verwendung. Die Größe der gebildeten Steine kann sehr verschieden sein: Sie reicht von wenigen Millimetern (etwa Reiskorngröße) bis zu mehreren Zentimetern (sog. Nierenbeckenausgusssteine, die das ganze Nierenbecken ausfüllen können). In etwa 80 Prozent der Fälle treten Nierensteine einseitig auf.

Häufigkeit

Nierensteine beziehungsweise die Nephrolithiasis treten in Deutschland mit einer Häufigkeit von etwa fünf Prozent auf. Jährlich kommen pro 100.000 Einwohner etwa 500 neue Fälle hinzu. Bei Frauen sind Nierensteine wesentlich seltener als bei Männern. Auch bei Kindern sind solche Steine selten. Am häufigsten bildet sich die Nephrolithiasis zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen entwickeln sich Nierensteine nur einmal. Die andere Hälfte kann durch konsequentes Vorbeugen (sog. Steinprophylaxe) das Risiko eines Wiederauftretens (Rezidiv) deutlich senken.

In trockenen, heißen und gebirgigen Regionen treten Nierensteine auffallend oft auf. In den westlichen Industrieländern hat die Häufigkeit der Nephrolithiasis in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. In Gebieten, in denen Mangelernährung herrscht, sind Nierensteine dagegen selten.

Steinarten

Nierensteine lassen sich je nach Zusammensetzung in verschiedene Arten von Steinen einteilen. Nach Häufigkeit sortiert sind folgende Steinarten zu finden:

  • Kalzium-Oxalatsteine (75%)
  • Magnesium-Ammonium-Phosphat-Steine (sog. Struvite) – auch "Infektsteine" genannt, da sie im Zusammenhang mit einer Harnwegsinfektion entstehen (10%)
  • Harnsäuresteine (5%)
  • Kalziumphosphatsteine (5%)
  • Zystinsteine (unter 1%)

Weiterlesen: Nierensteine, Nephrolithiasis: Ursachen

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