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Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)

Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis): Diagnose

Stand: 4. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei Verdacht auf eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) befragt der Arzt zunächst die Betroffenen zu ihrer Krankheitsgeschichte (sog. Anamnese): Für die Diagnose sind vor allem Informationen über Infektionen in der Kindheit oder während einer Schwangerschaft von großer Bedeutung, da ein akuter Schub häufig die Folge einer chronischen Infektion ist. Anschließend erfolgen mehrere Laboruntersuchungen. Hierzu sind eine Urin- und eine Blutprobe nötig:

  • Urinuntersuchung: Um festzustellen, ob das Nierenbecken entzündet ist, lässt der Arzt den Urin auf Bakterien, Eiter sowie weiße und rote Blutkörperchen untersuchen. Sind neben dem Bindegewebe auch die funktionellen Anteile der Niere (Glomerula) betroffen, befinden sich Eiweiße im Urin. Durch Anlegen einer Urinkultur ist es möglich, die Erreger genau zu identifizieren und ein wirksames Medikament zu bestimmen.
  • Blutuntersuchung: Darüber hinaus kann es zur Pyelonephritis-Diagnose hilfreich sein, das Blut auf Bakterien hin zu untersuchen. Da die chronische Nierenbeckenentzündung häufig die Nierenfunktion beeinträchtigt, finden sich im Blut mitunter erhöhte Harnstoff- und Kreatininwerte.

Zur weiterführenden Diagnose einer Nierenbeckenentzündung kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz:

  • Ultraschalluntersuchung: Bei einer Pyelonephritis kann der Arzt mithilfe der Sonographie von Nieren und Harnblase feststellen, ob der Urin von den Nieren in die Blase abfließen kann oder ob eine oder beide Nieren gestaut sind. Außerdem kann er prüfen, ob nach dem Wasserlassen Harn in der Blase verbleibt (sog. Restharn), denn: Für eine Nierenbeckenentzündung sind sehr oft Abflussstörungen verantwortlich – ebenso wie bei einigen Formen der Harninkontinenz.
  • Röntgenuntersuchung: Im Röntgenbild sind bei einer Infektion über den Blutweg häufig mehrere kleinere, runde Verdichtungen erkennbar.

Um die Ursache für eine kindliche chronische Nierenbeckenentzündung festzustellen, kann eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel zur Diagnose zum Einsatz kommen: Bei dieser sogenannten Miktionszystourographie erhält das Kind das Kontrastmittel direkt in die Harnblase. Dadurch ist es möglich, die Lage der Blase und ihr Füllungsvermögen zu bestimmen und zu erkennen, ob das Kind die Blase vollständig entleeren kann und ob die Harnröhre an irgendeiner Stelle verengt ist.

Weiterlesen: Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis): Therapie

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