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Niedriger Blutdruck (Hypotonie): Das sollten Sie wissen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (22. Juli 2016)

© iStock

Von einem niedrigen Blutdruck spricht man, wenn bei Frauen die Blutdruckwerte unter 100 zu 60 mmHg liegen. Bei Männern gilt der Blutdruck als niedrig, wenn der erste Wert in der Blutdruckmessung (der systolische Blutdruckwert) kleiner als 110 mmHg und der zweite kleiner als 60 mmHg ist. Um den Blutdruck wieder in Schwung zu bringen, gibt es einige Hausmittel – zum Beispiel Wechselduschen, Bürstenmassagen und regelmäßige Bewegung.

Ein niedriger Blutdruck – fachsprachlich Hypotonie – ist keine Krankheit und an sich nicht gefährlich. Im Gegenteil: Ein geringer Druck in den Blutgefäßen schont Herz und Kreislauf. Menschen mit einem niedrigen Blutdruck sind deshalb seltener herzkrank und haben eine längere Lebenserwartung.

Bei einigen Betroffenen kann der niedrige Blutdruck allerdings verschiedene Beschwerden hervorrufen – zum Beispiel

Das liegt daran, dass durch den niedrigen Blutdruck weniger Blut in das Gehirn gelangt, sodass es weniger Sauerstoff erhält. Auch das ist an sich nicht gefährlich: Erst wenn man durch einen plötzlichen Blutdruckabfall kurzzeitig das Bewusstsein verliert und hinfällt, besteht die Gefahr, sich zu verletzen. 

In aller Regel ist ein niedriger Blutdruck harmlos – um dennoch sicherzugehen, dass es sich bei einer neu aufgetretenen Hypotonie nicht um eine Begleiterscheinung einer ernsthaften Erkrankung handelt, sollte man im Zweifel einen Arzt aufsuchen. 

Wie entsteht Hypotonie?

Grundsätzlich kann ein niedriger Blutdruck verschiedene Ursachen haben – in den meisten Fällen ist er jedoch angeboren. Bei einem dauerhaft niedrigem Blutdruck ohne erkennbare Ursachen sprechen Mediziner auch von einer primären beziehungsweise essenziellen Hypotonie. Dabei fällt auf, dass vor allem junge, schlanke Frauen von dieser Form betroffen sind.

In selteneren Fällen kann hinter dem niedrigen Blutdruck auch eine andere Grunderkrankung stecken – zum Beispiel eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder eine Schilddrüsenunterfunktion. Hier sprechen Ärzte von einer sogenannten symptomatischen (sekundären) Hypotonie. Bestimmte Medikamente oder Flüssigkeitsverlust können ebenfalls zur Hypotonie führen.

Sehr häufig besteht ein niedriger Blutdruck auch nur vorübergehend – etwa wenn man aus dem Liegen sehr schnell aufsteht. Diese sogenannte orthostatische Hypotonie tritt zum Beispiel oft in Stresssituationen oder in stark aufgeheizten Räumen auf. Dabei sackt das Blut in die unteren Körperabschnitte, sodass das Gehirn weniger Sauerstoff erhält. Durch diesen plötzlichen Blutdruckabfall kann es bei den Betroffenen zu Sehstörungen (Schwarzwerden vor den Augen), Ohrensausen oder Ohnmacht kommen. Im Liegen erholen sie sich aber meist von selbst wieder – und die Blutdruckwerte normalisieren sich. 

Niedriger Blutdruck: Was tun?

Grundsätzlich gilt: Eine Hypotonie muss nur dann behandelt werden, wenn diese zu Beschwerden führt. Wer schon seit der Geburt einen niedrigen Blutdruck hat und nie Probleme hatte, muss nichts tun. Denn niedriger Blutdruck ohne erkennbare Ursache ist nicht gefährlich. 

Wer durch den niedrigen Blutdruck jedoch häufiger unter Kreislaufproblemen wie Schwindel oder Müdigkeit leidet, sollte versuchen, seinen Blutdruck mithilfe verschiedener Hausmittel wieder in Schwung zu bringen. Es gibt zwar auch Medikamente zur Steigerung des Blutdrucks, diese sind aber nur selten notwendig. Als hilfreich erwiesen haben sich zum Beispiel:

  • Wechselduschen (abwechselnd warm und kalt)
  • Kneippsche Güsse
  • Bürstenmassagen (zum Herzen hin)
  • regelmäßige sportliche Betätigung
  • Stützstrümpfe
  • Vermeidung von übermäßigen Alkoholkonsum

Blutdruck und Puls: Wie hängen die Werte zusammen?

Blutdruck und Puls sind zwei unterschiedliche Parameter, die unabhängig voneinander hoch- oder runterreguliert werden. Ein niedriger Blutdruck geht also nicht automatisch mit einem niedrigen Puls einher oder umgekehrt. 

Der Körper passt den Blutdruck und die Herzfrequenz immer so an den Bedarf an, dass alle Zellen stets ausreichend mit Blut versorgt werden. Ein Beispiel. Bei sportlicher Belastung benötigen die Muskeln mehr Sauerstoff, wodurch entsprechend mehr Blut in die Muskelzellen gepumpt werden muss. Um dies zu erreichen, schlägt das Herz schneller – der Puls steigt. 

Wenn mehr Blut durch den Körper gepumpt wird, steigt auch der Blutdruck an – allerdings nur leicht. Denn gleichzeitig sorgt körperliche Aktivität dafür, dass sich die Blutgefäße erweitern, wodurch der Gefäßwiderstand sinkt. Medizinier nennen diesen Vorgang im Körper "Vasodilatation". Anders als der Puls hängt der Blutdruck im hohen Maße vom Durchmesser der Arterien ab. Mithilfe der glatten Gefäßmuskulatur kann der Körper den Durchmesser der Arterien verändern und so den Blutdruck beeinflussen: Werden die Blutgefäße enger, steigt der Blutdruck.

Ein niedriger Blutdruck in Kombination mit einem hohen Puls muss nicht zwangsläufig auf eine Krankheit hindeuten – vor allem in den ersten Schwangerschaftswochen kommt dies zum Beispiel aufgrund der Hormonumstellung häufig vor. 



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