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Neurose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (10. Dezember 2014)

© Jupiterimages/Stockbyte

Der psychologische Begriff "Neurose" ist aus der Alltagssprache kaum wegzudenken: Wenn jemand ungewöhnlich oder übertrieben reagiert, bezeichnet man sein Verhalten schnell als neurotisch. Mit der Bedeutung dessen, was Mediziner als neurotische Störung bezeichnen, hat dies aber meist wenig zu tun.

Schon früh gebrauchte man das Wort "Neurose" gleichbedeutend mit "Nervenleiden" oder "Geisteskrankheit": Ursprünglich stammt die Bezeichnung aus der Neurologie, die sich mit dem Nervensystem und seinen Erkrankungen beschäftigt. Hauptsächlich verwendete man den Neurosebegriff aber in der Psychiatrie, deren Betätigungsfeld seelische (psychische) Störungen sind. Hier bezeichnet die Neurose eine psychische Störung ohne erkennbare körperliche Ursachen.

Damit galt die Neurose als Gegenstück zur Psychose. Der Unterschied zwischen Neurose und Psychose besteht darin, dass:

  • Neurosen psychisch bedingt sind, nur Teilbereiche der Persönlichkeit betreffen und sich ein Neurotiker in der Regel seines Zustands bewusst ist, während
  • Psychosen vermutlich körperliche Ursachen haben, alle Aspekte der Persönlichkeit beeinflussen und ein Psychotiker sich selbst für gesund hält.

In den aktuellen Diagnosesystemen findet die Neurose als Sammelbegriff für verschiedene psychische Störungen keine Anwendung mehr. Stattdessen teilt man die ursprünglich als Neurosen bezeichneten psychischen Störungen in unterschiedliche Gruppen auf, zum Beispiel in:

Diese Einteilung hat vor allem zwei Gründe: Erstens ließ sich die mit dem Sammelbegriff Neurose verbundenen theoretischen Annahmen (z.B. zu den Ursachen) nicht halten. Zweitens kann man so den verschiedenen Krankheitsbildern besser gerecht werden. Dies ist wichtig, da die früher als Neurose zusammengefassten Störungen sich nicht nur anhand ihrer Symptome unterscheiden, sondern auch unterschiedliche Behandlungen erfordern: So sprechen beispielsweise hypochondrische Menschen auf eine andere Therapie an als Menschen mit einer Zwangsstörung.



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