Startseite > Krankheiten > Neurose
Stand: 21. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Kaum ein anderer psychologischer Begriff taucht in der Alltagssprache so häufig auf wie der Begriff Neurose: Wenn jemand ungewöhnlich oder übertrieben reagiert, bezeichnet man sein Verhalten schnell als neurotisch. Mit der Bedeutung dessen, was Mediziner als neurotische Störung bezeichnen, hat dies aber meist wenig zu tun.
Schon früh gebrauchte man den Begriff "Neurose" gleichbedeutend mit "Nervenleiden" oder "Geisteskrankheit": Ursprünglich stammt der Begriff aus der Neurologie, die sich mit dem Nervensystem und seinen Erkrankungen beschäftigt; hauptsächlich verwendete man ihn aber in der Psychiatrie, deren Betätigungsfeld seelische (psychische) Störungen sind. Heute bezeichnet die Neurose per Definition eine psychische Störung ohne erkennbare körperliche Ursachen, die sich durch übertriebene Ängste äußert.
Die Neurose gilt als Gegenstück zur Psychose. Der Unterschied zwischen Neurose und Psychose besteht darin, dass:
In den aktuellen Diagnosesystemen findet die Neurose als Sammelbegriff für verschiedene psychische Störungen keine Anwendung mehr. Stattdessen teilt man die ursprünglich als Neurosen bezeichneten psychischen Störungen in unterschiedliche Gruppen auf – wie Angststörungen, Zwangsstörungen, somatoforme Störungen (z.B. Hypochondrie oder somatoforme autonome Funktionsstörung) und dissoziative Störungen. Dies geschieht zum einen, weil sich die mit dem Sammelbegriff Neurose verbundenen theoretischen Annahmen (z.B. zu den Ursachen) nicht halten ließen, zum anderen, um den verschiedenen Krankheitsbildern besser gerecht zu werden: Die früher als Neurose zusammengefassten Störungen unterscheiden sich nicht nur anhand ihrer Symptome, sondern erfordern auch unterschiedliche Behandlungen: So sprechen beispielsweise hypochondrische Menschen auf eine andere Therapie an als Menschen mit einer Zwangsstörung.
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