Neurodermitis (atopisches Ekzem, atopische Dermatitis)

Neurodermitis (atopisches Ekzem, atopische Dermatitis): Vorbeugen

Stand: 26. März 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Einer Neurodermitis (atopisches Ekzem, atopische Dermatitis) können Sie nur bedingt vorbeugen. Bei Kindern ist es eventuell möglich, eine Neurodermitis durch entsprechende Ernährung in den ersten Lebensmonaten hinauszuzögern: Als empfehlenswerte Neurodermitis-Prophylaxemaßnahme gilt es, ein Baby über die ersten vier bis sechs Lebensmonate konsequent zu stillen, ohne Fremdeiweiße (z.B. Kuhmilch) zuzufüttern. Es scheint, dass dies die Häufigkeit und Schwere von atopischen Erkrankungen wie der Neurodermitis bei Kleinkindern verringert.

Wenn bereits eine Neurodermitis besteht, können Sie neuen Schüben vorbeugen (sog. sekundäre Prophylaxe), indem Sie Folgendes beachten:

  • Es ist besonders wichtig, dass Sie mögliche auslösende Faktoren (Trigger) erkennen und vermeiden. Als mögliche Auslöser für einen Neurodermitis-Schub kommen verschiedene allergieauslösende Stoffe (sog. Allergene wie z.B. Pollen, Hausstaubmilben), eine mechanische Reizung der Haut (z.B. durch Kontakt mit Wolle oder durch Schwitzen), bestimmte Nahrungsmittel (z.B. Nüsse, Milch, Weizen), Infektionen und klimatische Bedingungen (z.B. extreme Kälte, Schwüle) infrage.
  • Sobald erste Anzeichen einer Neurodermitis beziehungsweise eines Rückfalls einsetzen, sollten Sie sie äußerlich mit Calcineurin-Hemmern behandeln. So ist es möglich, den Schub abzufangen oder zumindest abzuschwächen. Calcineurin-Hemmer wirken speziell auf die bei der Entzündung beteiligten weißen Blutkörperchen (T-Lymphozyten).
  • Den Kontakt mit Allergenen sollten Sie möglichst vermeiden. Hierzu sind zum Beispiel besondere Bettbezüge geeignet, welche die Konzentration der Hausstaubmilbenallergene deutlich vermindern. Falls eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Nahrungsmittel wie Hühner- oder Kuhmilcheiweiß bekannt ist, sind diese unbedingt zu meiden. Wichtig ist es, dass Sie auch auf die Nahrungsmittel verzichten, in denen diese Eiweiße in versteckter Form vorkommen. Für Säuglinge gibt es spezielle allergenarme Nahrung.
  • Wenn Sie überempfindlich auf Tierhaare reagieren, sollten Sie den Kontakt mit Tieren möglichst einschränken.
  • Bei einer Neurodermitis spielt auch die richtige Wahl der Kleidung eine Rolle. Besonders Wolle kann zur Überempfindlichkeit führen. Daher sollten Sie diese nicht direkt auf der Haut tragen.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Haushalt rauchfrei ist – denn Zigarettenrauch ist ein wichtiger Verstärkungsfaktor (Triggerfaktor) für die Neurodermitis.

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