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Nesselsucht (Urtikaria)

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (31. Januar 2012)

© Jupiterimages/iStockphoto

Der Begriff Nesselsucht kommt nicht von ungefähr: Juckreiz und Quaddeln sind typische Symptome – ähnlich wie nach dem Kontakt mit einer Brennnessel. Die Nesselsucht (Urtikaria) zählt zu den weltweit häufigsten Hautkrankheiten.

Die Herausforderung: Nesselsucht ist nicht gleich Nesselsucht – vielmehr gibt es zahlreiche Auslöser, die zu einer Urtikaria führen können, so zum Beispiel Kälte, Druck oder auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Die Ursachenforschung gleicht daher häufig der Suche nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. Antihistaminika können die Symptome in den meisten Fällen lindern.

Eine Nesselsucht stellt für die erkrankte Person oft eine große Belastung dar. Hinzu kommt die Befürchtung von manchen Außenstehenden, dass Nesselsucht ansteckend sein könnte – was jedoch nicht der Fall ist.

Der Begriff Urtikaria leitet sich vom lateinischen Begriff urtica ab, der so viel wie "Brennnessel" bedeutet. Er weist auf die charakteristischen Symptome der Nesselsucht hin, die mit den Folgen des Brennnessel-Kontakts vergleichbar sind: Es entwickelt sich ein geröteter, quaddelartiger Hautausschlag, der zum Teil sehr stark juckt. In etwa der Hälfte der Fälle kommt es bei einer Urtikaria außerdem zu großflächigen Schwellungen des Unterhautgewebes oder bestimmter Schleimhautbereiche, sogenannten Angioödemen.

Die Nesselsucht ist eine komplexe und komplizierte Überempfindlichkeitsreaktion der Haut. Die Urtikaria wird durch bestimmte Zellen des Immunsystems, die sogenannten Mastzellen, ausgelöst. Auf einen Auslöser hin schütten die Mastzellen bestimmte Botenstoffe (insbesondere Histamin) aus, die das Startsignal für eine örtlich begrenzte oder sich großflächig ausbreitende Entzündung der Haut geben. Die möglichen Auslöser einer Nesselsucht sind vielfältig. Sie reichen

  • von bestimmten Medikamenten wie beispielsweise Antibiotika
  • über Nahrungsmittel (z.B. Obst, Gemüse, Getreide, Milchprodukte, Eier)
  • bis hin zu Kälte, Hitze
  • und akuten oder auch chronischen Infektionen.

Dauert eine Nesselsucht nicht länger als sechs Wochen, spricht man von einer akuten Urtikaria. Häufig gewinnt die Haut bereits nach spätestens 24 Stunden ihr normales, gesundes Erscheinungsbild zurück. Schwellung, Rötung und Juckreiz verschwinden.

Wenn die Erkrankung länger als sechs Wochen auftritt, spricht man von einer chronischen Nesselsucht. Je nach Schweregrad der chronischen Urtikaria können die auftretenden Hautausschläge und Schwellungen Beruf und Privatleben einschränken. Der zusätzliche Juckreiz ist lästig, aber harmlos und lässt sich in der Regel gut behandeln.



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