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Forenexperte: Dr. Thomas Kreutzig
Forum Männergesundheit
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Stand: 30. November 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Wenn Schmerzen im Nebenhoden auftreten und der Hodensack zunehmend geschwollen ist, kann dies Anzeichen für eine Nebenhodenentzündung (Epididymitis) sein. Oft besteht gleichzeitig eine Hodenentzündung (Orchitis) – in dem Fall spricht man von einer Orchiepididymitis.
Die Nebenhodenentzündung und ihre Symptome entwickeln sich meist schleichend; schreitet die meist einseitige Entzündung weiter fort, kommen zur Schwellung und Schmerzhaftigkeit des betroffenen Nebenhodens Allgemeinsymptome wie Fieber, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit dazu. Typisch für die Epididymitis sind auch Beschwerden beim Wasserlassen und ein überwärmter Nebenhoden.
Für eine Nebenhodenentzündung kommen als Ursachen überwiegend zwei Möglichkeiten in Betracht: ein aufsteigender Infekt oder die wesentlich seltenere Infektion über die Blutbahn. Im ersten Fall gelangen die Erreger (meist Bakterien) zum Beispiel von einer Harnröhrenentzündung, einer Prostataentzündung oder über einen Dauerkatheter entlang der Samenwege in den Nebenhoden. Im zweiten Fall stammen die Erreger der Epididymitis von einem Infektionsherd, der sich in einer anderen Körperregion befindet, und erreichen den Nebenhoden auf dem Blutweg.
Bei einer akuten Nebenhodenentzündung kommen zur Behandlung möglichst frühzeitig Antibiotika sowie entzündungshemmende und abschwellende Medikamente zum Einsatz. Des Weiteren hilft es, die Entzündung örtlich zu behandeln, indem man den Nebenhoden kühlt und hochlagert. In der Regel heilt eine akute Epididymitis unter dieser Therapie gut ab. Je nach Schwere der Entzündung oder bei unzureichender Behandlung kann eine Nebenhodenentzündung allerdings in eine chronische Verlaufsform übergehen. Als Komplikation der Nebenhodenentzündung kann es außerdem zu einer Eiteransammlung (Abszessbildung) bis hin zur Blutvergiftung (Sepsis) kommen. Und die seltene beidseitige Nebenhodenentzündung wirkt sich unter Umständen negativ auf die Zeugungsfähigkeit aus: Durch einen beidseitigen Verschluss der Nebenhodenkanälchen kann eine Unfruchtbarkeit (Verschlussazoospermie) entstehen.
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