Nahrungsmittel­unverträglichkeit (Lebensmittel­unverträglichkeit): Was ist das?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (24. Februar 2016)

Nahrungsmittelunverträglichkeit (Lebensmittelunverträglichkeit) ist der Überbegriff für alle Formen der Unverträglichkeitsreaktion auf Lebensmittel. Hierzu gehören alle gesundheitlichen Beschwerden, die in Zusammenhang mit dem Verzehr von Lebensmitteln beziehungsweise deren Inhaltsstoffen auftreten.

Je nachdem, auf welche Weise die Nahrungsmittelunverträglichkeit entsteht, unterscheidet man:

  • toxische Reaktionen, also Vergiftungserscheinungen wie z.B. eine Fischvergiftung oder Pilzvergiftung sowie Lebensmittelvergiftungen durch verdorbene Speisen, und
  • und nicht-toxische Reaktionen.

Nicht-toxische Reaktionen

Die nicht-toxischen Reaktionen auf Nahrungsmittel unterteilten Mediziner in

  • allergische Reaktionen (Nahrungsmittelallergie)
  • und nicht-allergische Reaktionen (sog. Nahrungsmittelintoleranz)

Nicht-allergische Reaktionen (Nahrungsmittelintoleranz)

Eine Nahrungsmittelintoleranz ordnet man je nachdem, welche Mechanismen ihr zugrunde liegen, in eine der folgenden Gruppen ein:

  • Enzymdefekte bzw. Enzymmangel (Enzymopathie): z.B. Laktoseintoleranz
  • pharmakologische Reaktionen (pharmakologische Intoleranzen): Reaktion auf Lebensmittel mit einem hohen Bestandteil an pharmakologisch aktiven Substanzen (z.B. Histamin)
  • pseudoallergische Reaktionen: lösen scheinbar-allergische Beschwerden aus, obwohl keine Allergie im eigentlichen Sinne vorliegt

Eine Sonderstellung hat die echte Histaminintoleranz, da sie von ihren Entstehungsmechanismen her zwischen der Enzymopathie und der pharmakologischen Intoleranz einzuordnen ist.

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit kann auch subjektiv empfunden werden, ohne dass diese objektiv erklärbar ist. Betroffene empfinden hierbei eine starken Widerwillen gegen bestimmte Nahrungsmittel oder sogar Ekel und bekommen dadurch Beschwerden. Solche subjektiven Unverträglichkeitsreaktionen haben unter Umständen psychosomatische Ursachen.

Häufigkeit

Unverträglichkeitsreaktionen auf Nahrungsmittel (oder deren Inhaltsstoffe) sind deutlich seltener als angenommen: Nur durchschnittlich 3 bis 4 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind tatsächlich von einer Nahrungsmittelunverträglichkeit betroffen. Eine Pollenallergie tritt im Vergleich viel häufiger auf – von ihr sind rund 15 bis 20 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland betroffen.


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