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Nachtblindheit (Hemeralopie)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. Juli 2015)

© Jupiterimages/Comstock Images

Bei Nachtblindheit (auch Hemeralopie oder Nyktalopie genannt) ist die Sehleistung in der Dämmerung und Dunkelheit deutlich eingeschränkt, was zum Beispiel im Straßenverkehr große Probleme bereiten kann.

Nachtblinde Menschen können ihre Augen nicht an die Dunkelheit anpassen. Diese gestörte Anpassungsfähigkeit an Dunkelheit (Dunkeladaptation) tritt auf, wenn die für das Dämmerungssehen verantwortlichen Sinneszellen (Stäbchen) in der Netzhaut des Auges nicht richtig funktionieren. Die Nachtblindheit kann erbliche oder erworbene Ursachen haben:

  • Es gibt verschiedene erbliche Netzhauterkrankungen, die mit Nachtblindheit einhergehen. Dazu gehören
    • die (kongenitale) stationäre Nachtblindheit, die von Geburt an besteht, und
    • die Retinopathia pigmentosa, die meist im Jugend- oder Erwachsenenalter erstmals auftritt und langsam fortschreitet.
  • Eine erworbene Nachtblindheit kann zum Beispiel die Folge eines Vitamin-A-Mangels sein oder im Rahmen verschiedener Augenerkrankungen auftreten.

Wer nachtblind ist, ist sich seiner Schwierigkeit, in der Dämmerung oder Dunkelheit zu sehen, oft kaum bewusst, da die Nachtblindheit schon immer bestand oder sich die Symptome nur langsam entwickeln. Daher bleiben auch angeborene Formen der Hemeralopie oft lange unentdeckt.

Eine Nachtblindheit kann der Augenarzt durch einen Test mit dem sogenannten Adaptometer feststellen: Dabei misst er die Sehleistung sowie die Hell-/Dunkeladaptation der Augen. Dieser Test zeigt nicht nur, ob jemand nachtblind ist, sondern auch, ob der Betroffene zum Beispiel zusätzlich kurzsichtig oder sehr lichtempfindlich ist.

Bei Nachtblindheit sind die Möglichkeiten der Behandlung begrenzt und ebenso wie die Prognose wesentlich von der zugrunde liegenden Ursache abhängig. Die Nachblindheit mit einer Brille zu beheben, ist nicht möglich. Auch vorbeugen kann man einer Nachtsehschwäche nur bedingt: Um zu verhindern, dass ein Vitamin-A-Mangel eine Hemeralopie auslöst, ist eine gesunde Ernährung mit ausreichender Zufuhr von Vitamin A (auch während einer Schwangerschaft und der Stillzeit) wichtig.

Bei gesunden Menschen reicht die Vitamin-A-Versorgung durch eine normale, ausgewogene Ernährung in den Industrieländern normalerweise aus, um einer erworbenen Nachtblindheit vorzubeugen.


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