Mycosis fungoides: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Dezember 2014)

Die Mycosis fungoides ist eine Krebserkrankung der T-Lymphozyten, die fast ausschließlich die Haut befällt.

T-Lymphozyten sind bestimmte weiße Blutkörperchen, die als Teil des Immunsystems normalerweise Bakterien, Viren und andere Eindringlinge bekämpfen. Die Lymphflüssigkeit (Lymphe) in den Lymphgefäßen transportiert die T-Lymphozyten vorbei an Lymphknoten durch den Körper. Wenn die T-Lymphozyten jedoch entarten (d.h. bösartig sind) und die Haut befallen, entsteht daraus die Mycosis fungoides.

Die Mycosis fungoides gehört zur Gruppe der wenig bösartigen (niedrigmalignen) T-Zell-Lymphome. Damit ist sie eine Form von Non-Hodgkin-Lymphom (NHL). Da bei der Mycosis fungoides im Gegensatz zu den anderen Non-Hodgkin-Lymphomen fast ausschließlich die Haut befallen ist, bezeichnet man sie auch als kutanes T-Zell-Lymphom – abgeleitet von dem lateinischen Wort cutis für Haut.

Die Bezeichnung Mycosis fungoides leitet sich von der früheren Annahme ab, die Erkrankung entstünde durch eine Pilzinfektion der Haut (Mykose = Pilzerkrankung, lat. fungus = Pilz). Im Deutschen war früher auch die Bezeichnung Wucherflechte in Gebrauch.

Die Mycosis fungoides tritt in mehreren Varianten auf:

  • Eine sogenannte Mycosis fungoides d'emblée liegt vor, wenn von vornherein knötchenartige Tumoren in Haut und Schleimhäuten bestehen.
  • Beim Sézary-Syndrom sind neben einer krebsroten Verfärbung der Haut von Anfang an massenhaft veränderte T-Lymphozyten im Blut nachweisbar. Dies bezeichnet man auch als leukämische Form der Mycosis fungoides (abgeleitet von der im Volksmund als Blutkrebs bekannten Leukämie).

Häufigkeit

Die Mycosis fungoides weist eine sehr geringe Häufigkeit auf. Überwiegend tritt der Krebs in der zweiten Lebenshälfte auf. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.


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