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Myasthenia gravis pseudoparalytica

Stand: 9. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die Myasthenia gravis pseudoparalytica ist eine recht seltene Form von krankhafter Muskelschwäche, bei der die Muskulatur schnell ermüdet. Dies kann an eine Lähmung erinnern, wovon sich die Bezeichnung der Erkrankung ableitet: "Myasthenie" bedeutet Muskelschwäche, "pseudo" steht für falsch und "Paralyse" heißt Lähmung.

Der Grund für die gesteigerte Ermüdbarkeit: Bei der Myasthenia gravis pseudoparalytica ist die Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel (neuromuskuläre Übertragung) gestört. Ursache hierfür ist eine Fehlfunktion des Immunsystems: Das Immunsystem richtet sich gegen körpereigenes Gewebe (sog. Autoimmunreaktion), was sich in diesem Fall auf die neuromuskuläre Übertragung auswirkt. Somit ist die Myasthenia gravis pseudoparalytica eine Autoimmunerkrankung. Die typische Ermüdung der Muskeln tritt abhängig von der Belastung beziehungsweise Tageszeit in Erscheinung und kann grundsätzlich alle Muskeln betreffen, die der Mensch bewusst steuern kann.

Meistens zeigt sich die Myasthenia gravis pseudoparalytica jedoch zuerst an den Muskeln des Auges; entsprechend treten als erste Symptome der Muskelschwäche oft Sehstörungen (v.a. Doppelbilder) auf und die Betroffenen können die Augen kaum geöffnet halten. Weitere mögliche Anzeichen einer Myasthenia gravis pseudoparalytica sind zum Beispiel ein ausdrucksloses, schlaffes Gesicht (sog. Facies myopathica), wenn die Gesichtsmuskulatur betroffen ist, sowie Sprech- und Schluckstörungen, wenn sich die Myasthenie auf Lippen-, Zungen-, Gaumen- und Kehlkopfmuskulatur ausbreitet.

Die Diagnose der Myasthenia gravis pseudoparalytica erfolgt anhand von neurologischen Untersuchungen, typischen Veränderungen im Elektromyogramm und Tests mit Arzneimitteln (sog. pharmakologische Tests). In der Regel spricht die Myasthenia gravis pseudoparalytica gut auf eine medikamentöse Therapie an; zu ihrer Behandlung kommen in erster Linie Medikamente zum Einsatz, die das Immunsystem unterdrücken (sog. Immunsuppressiva). Verstärken sich die Symptome der Muskelschwäche und ist die Atemmuskulatur betroffen, kann eine als myasthene Krise bezeichnete lebensbedrohliche Komplikation auftreten. Diese erfordert eine intensiv-medizinische Betreuung der Betroffenen. Richtig behandelt hat die Myasthenia gravis aber eine gute Prognose: Die Betroffenen haben keine verkürzte Lebenserwartung und können meist ein weitgehend normales Leben führen.

Weiterlesen: Myasthenia gravis pseudoparalytica: Definition

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