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Stand: 9. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Einer Myasthenia gravis pseudoparalytica liegen als Ursachen Abwehrreaktionen des Immunsystems gegen körpereigene Strukturen zugrunde. Demnach zählt die Myasthenia gravis pseudoparalytica zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen. Die für die Myasthenia gravis pseudoparalytica verantwortliche Autoimmunreaktion wirkt sich negativ auf die Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel (neuromuskuläre Übertragung) aus: Normalerweise erfolgt diese neuromuskuläre Übertragung über den Botenstoff Acetylcholin, indem dieser aus der Nervenendigung freigesetzt wird und anschließend an einen eigenen Acetylcholin-Rezeptor auf der Muskelzelle bindet. Bei den meisten Menschen mit Myasthenia gravis pseudoparalytica finden sich im Blut jedoch Antikörper gegen den Acetylcholin-Rezeptor. Diese Antikörper binden sich anstelle des Botenstoffs Acetylcholin an den Acetylcholin-Rezeptor. Die Folge: Die Übertragung von Nervensignalen auf die Muskelzelle ist blockiert.
Auch krankhafte Veränderungen des Thymus kommen als Ursachen der Myasthenia gravis pseudoparalytica infrage. Der Thymus ist eine Drüse, die hinter dem Brustbein liegt und das zentrale lymphatische Organ des menschlichen Körpers bildet. Der Thymus ist wichtig für das Immunsystem, da er an der Ausbildung und Reifung wichtiger Abwehrzellen beteiligt ist. Bei mehr als 80 Prozent der Menschen mit Myasthenia gravis pseudoparalytica sind krankhafte Thymus-Veränderungen zu finden. Welche Rolle der Thymus bei der Entstehung der krankhaften Muskelschwäche (Myasthenie) spielt, ist noch nicht vollständig geklärt. Bei den meisten Betroffenen ist der Thymus vergrößert (Thymushyperplasie) oder entzündet (Thymitis). Etwa 15 Prozent der Betroffenen weisen einen bösartigen Tumor des Thymus (malignes Thymom) auf.
Des Weiteren gelten psychische Belastungen als mögliche Ursachen für den Ausbruch der Myasthenia gravis pseudoparalytica. In ungefähr 65 Prozent der Fälle tritt die Erkrankung nach einer psychischen Belastung, wie beispielsweise dem Tod eines Angehörigen, aber auch während einer Schwangerschaft auf.
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