Startseite > Krankheiten > Myasthenia gravis pseudoparalytica > Definition
Stand: 9. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Der Begriff Myasthenia gravis pseudoparalytica bezeichnet per Definition eine krankhafte Muskelschwäche beziehungsweise Muskelermüdung (sog. Myasthenie), die durch eine autoimmune Störung der Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel (neuromuskuläre Übertragung) bedingt ist. "Autoimmun" bedeutet, dass sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe richtet, weshalb die Myasthenia gravis pseudoparalytica zu den Autoimmunerkrankungen zählt. Die für die Muskelschwäche verantwortliche Autoimmunreaktion wirkt sich negativ auf die neuromuskuläre Übertragung aus:
Bei der neuromuskulären Übertragung überträgt die Nervenzelle über Botenstoffe (sog. Neurotransmitter) ein Nervensignal auf die Muskelzelle: Der Botenstoff Acetylcholin wird aus der Nervenendigung freigesetzt und bindet anschließend an einen eigenen Acetylcholin-Rezeptor, der sich auf der Muskelzelle befindet. Die Folge ist eine Muskelzuckung, also eine Zusammenziehung (Kontraktion) des Muskels. Bei der Myasthenia gravis pseudoparalytica jedoch kann sich das Acetylcholin nicht – wie gewohnt – an seinen Rezeptor binden.
Aufgrund der bei der Myasthenia gravis pseudoparalytica gestörten neuromuskulären Übertragung kommt es zu einer krankhaft gesteigerten Ermüdbarkeit der Muskulatur, die an eine Lähmung erinnert. Darauf bezieht sich die Bezeichnung der Erkrankung:
Curare, das Pfeilgift südamerikanischer Indianer, löst eine der Myasthenia gravis pseudoparalytica sehr ähnliche Symptomatik aus: Curare besetzt die Acetylcholin-Rezeptoren an der Muskelzelle und macht eine Kontraktion unmöglich. Da somit auch die Atemmuskulatur gelähmt ist, ersticken die Opfer.
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