Muskulärer Schiefhals (Torticollis muscularis): Komplikationen, Prognose, Vorbeugen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (20. Juni 2016)

Komplikationen

Bleibt ein muskulärer Schiefhals (Torticollis muscularis) unbehandelt oder setzt eine Therapie zu spät ein, können Komplikationen auftreten. Hier ist unter Umständen eine funktionelle Einschränkung der Halswirbelsäule möglich. Durch die ungleichmäßige Belastung des Halses kann es nicht nur zu frühzeitiger schwerer Gelenkarthrose der Halswirbel, sondern auch zu anhaltenden Schmerzen kommen. Außerdem entwickelt sich im weiteren Verlauf eine knöcherne Fehlstellung der Hals- und Brustwirbelsäule (Skoliose).

Unbehandelt können der Gesichtsschädel auf der betroffenen Seite und der Hinterkopf auf der gegenüberliegenden Seite abflachen, da die Druckauflageflächen verschoben sind. Die Gesichtsasymmetrie verstärkt sich im Wachstum durch die Größenzunahme des Skeletts. Das Gesicht der betroffenen Seite ist relativ verkürzt, die Augen und Ohren stehen auf unterschiedlicher Höhe. Bestehende Gesichtsasymmetrien lassen sich im späteren Stadium eines Schiefhalses nicht immer korrigieren.

Prognose

Ein muskulärer Schiefhals (Torticollis muscularis) hat eine gute Prognose, wenn mit einer konservativen Therapie des Schiefhalses früh genug begonnen und diese konsequent durchgeführt wird. Bei etwa 90 Prozent der betroffenen Kinder gelingt es, den muskulären Schiefhals mit Krankengymnastik und ohne Operation zu korrigieren.

Auch bei einer rechtzeitigen Operation hat ein muskulärer Schiefhals in der Regel eine sehr gute Prognose. In den meisten Fällen lässt sich der muskuläre Schiefhals so dauerhaft ohne Bewegungseinschränkung korrigieren. Anschließend sind regelmäßige Folgeuntersuchungen wichtig, um ein Wiederauftreten möglichst frühzeitig zu erkennen. Ohne rechtzeitige Behandlung lassen sich die Fehlbildungen oft nicht mehr vollständig ausgleichen.

Vorbeugen

Es gibt keine aktive Maßnahme, mit der Sie einem muskulären Schiefhals (Torticollis muscularis) vorbeugen können. Verletzungen während der Geburt und eine ungünstige Lage in der Gebärmutter lassen sich zwar nicht immer vermeiden, jedoch teilweise beeinflussen. Der Arzt kann versuchen eine Fehllage zu korrigieren und somit möglicherweise einem muskulären Schiefhals durch die Zwangslage vorbeugen.


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