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Stand: 29. Juni 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bleibt ein muskulärer Schiefhals (Torticollis muscularis) unbehandelt oder setzt eine Therapie zu spät ein, kann es zu Komplikationen kommen. Hier ist unter Umständen eine funktionelle Einschränkung der Halswirbelsäule möglich. Durch die ungleichmäßige Belastung des Halses kann es zu frühzeitiger schwerer Gelenkarthrose der Halswirbel kommen. Außerdem entwickelt sich im weiteren Verlauf eine knöcherne Fehlstellung der Hals- und Brustwirbelsäule (Skoliose). Unbehandelt kann der Gesichtsschädel auf der betroffenen Seite und der Hinterkopf auf der gegenüberliegenden Seite abflachen, da die Druckauflageflächen verschoben sind. Die Gesichtsasymmetrie verstärkt sich im Wachstum durch die Größenzunahme des Skeletts. Das Gesicht der betroffenen Seite ist relativ verkürzt, die Augen und Ohren stehen auf unterschiedlicher Höhe. Bestehende Gesichtsasymmetrien lassen sich im späteren Stadium eines Schiefhalses nicht immer korrigieren.
Ein muskulärer Schiefhals (Torticollis muscularis) hat eine gute Prognose, wenn mit der konservativen Therapie des Schiefhalses früh genug begonnen und diese konsequent durchgeführt wird. Bei etwa 90 Prozent der betroffenen Kinder gelingt es den muskulären Schiefhals mit Krankengymnastik und ohne Operation zu korrigieren. Auch bei einer rechtzeitigen Operation ist die Prognose sehr gut. In den meisten Fällen lässt sich der muskuläre Schiefhals dauerhaft ohne Bewegungseinschränkung korrigieren. Anschließend sind regelmäßige Folgeuntersuchungen wichtig, um ein Wiederauftreten möglichst frühzeitig zu erkennen. Ohne rechtzeitige Behandlung lassen sich die Fehlbildungen nicht mehr vollständig ausgleichen.
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