Muskulärer Schiefhals (Torticollis muscularis): Konservative und operative Therapie

Veröffentlicht von: Till von Bracht (20. Juni 2016)

Ein muskulärer Schiefhals (Torticollis muscularis) muss behandelt werden – am besten so früh wie möglich. Hierbei steht die konservative Therapie mit bestimmten Lagerungstechniken, Krankengymnastik und Dehnungsübungen im Vordergrund. Spricht die konservative Behandlung nicht an oder wurde die Therapie zu spät begonnen, kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden.

Konservative Therapie

Für die konservative (nicht-operative) Therapie der Torticollis muscularis ist kein Klinikaufenthalt nötig:

  • Der Säugling wird gegensinnig gelagert. Das heißt, man versucht die Aufmerksamkeit des Kindes von der Seite der Fehlhaltung durch uninteressante Reize (z.B. weiße Wand) abzulenken und in der entgegengesetzten Richtung interessante, akustische oder visuelle Signale zu bieten. Dadurch muss sich das Kind aktiv in Richtung der betroffenen Seite drehen.
  • Säuglinge mit einem muskulären Schiefhals sollten möglichst auf dem Rücken oder auf der Seite und nicht auf dem Bauch liegen.
  • Krankengymnastik: Die Eltern drücken den Kopf des Säuglings vorsichtig und langsam in Richtung Schulter der gesunden Seite herüber und drehen den Kopf auf die betroffene Seite. Dadurch dehnen sie den beteiligten Muskel. Diese Übung müssen die Eltern mehrmals täglich sehr vorsichtig und nach Anleitung eines Physiotherapeuten wiederholen, wobei auf ausreichend lange Dehnungsstellung (zehn Sekunden) der jeweils erreichten Position zu achten ist.

Mithilfe der konservativen Therapie des muskulären Schiefhalses lässt sich in den meisten Fällen ein gutes Resultat erzielen, sodass nur wenige der früh behandelten Kinder operiert werden müssen. Es gilt: Je später ein muskulärer Schiefhals diagnostiziert wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Kind operiert werden muss.

Operative Therapie

Kommt es zu keiner deutlichen Verbesserung des muskulären Schiefhalses, kann im Alter von einem halben bis spätestens zum sechsten Lebensjahr eine Operation hilfreich sein. Prinzip der Operation ist, den Ansatz des Halsmuskels zu durchtrennen (sog. biterminale Tenotomie des Musculus sternocleidomastoideus) und damit die Kopffehlstellung zu korrigieren.

Der Chirurg durchtrennt hierbei den Halsmuskel komplett am Brustbeinansatz. Nach der Operation ist es wichtig, den Hals mithilfe einer Halskrawatte oder eines Gipsverbands zu fixieren und den Kopf des Kindes für drei bis vier Wochen ruhig zu stellen.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst