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Muskelzerrung

Stand: 11. Mai 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die Muskelzerrung zählt zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt. Zusammen mit dem Muskelfaserriss, dem Muskelbündelriss und dem Muskelriss gehört sie zur Gruppe der sogenannten geschlossenen Muskelverletzungen. Denn die Haut bleibt von der Verletzung unberührt, sodass eine Zerrung des Muskels von außen nicht sichtbar ist.

Grundsätzlich kann eine Muskelzerrung überall auftreten: Von Waden- oder Oberschenkelmuskel, über Rücken- und Schultermuskulatur bis hin zu Oberarm- oder Bauchmuskeln können alle Skelettmuskeln von einer Zerrung betroffen sein.

Im Gegensatz zu vielen anderen Sportverletzungen wie zum Beispiel einer Muskelprellung oder einer sportbedingten Gehirnerschütterung tritt eine Zerrung unabhängig von äußeren Einflüssen auf, also nicht durch ein direktes Trauma wie beispielsweise durch einen Tritt oder einen Schlag auf den Oberschenkel. Charakteristisch ist, dass sich eine Muskelzerrung allmählich entwickelt. Auch darin unterscheidet sie sich vom Muskelfaserriss: Dieser tritt in der Regel schlagartig nach einer plötzlichen Belastungssteigerung auf. Eine der häufigsten Formen der Muskelzerrung ist die Zerrung der Adduktorenmuskulatur an der Innenseite des Oberschenkels. Fußball-Spieler ziehen sich diese Form der Muskelzerrung besonders häufig zu, beispielsweise beim Grätschen nach dem Ball.

Unabhängig von der betroffenen Muskulatur verlaufen Zerrungen grundsätzlich ähnlich: Der Muskel wird übermäßig gedehnt woraufhin er sich schnell und stark zusammenzieht (kontrahiert). Begleitende Faktoren erhöhen das Risiko einer Muskelzerrung: Zu ihnen zählen eine nicht ausreichend erwärmte Muskulatur oder ein Muskel, der durch dauerhafte und/oder übermäßige Belastung ermüdet ist. Niedrige Umgebungstemperaturen gehören ebenfalls zu den Faktoren, die eine Muskelzerrung begünstigen. Die ausreichende Erwärmung des Muskels im Rahmen eines Warm-up-Programms ist deswegen bei niedrigen Temperaturen besonders wichtig. Hinzu kommt der Trainingszustand des Muskels: Ein guter Trainingszustand verringert das Risiko, ein schlechter Zustand erhöht das Risiko einer Muskelzerrung.

Weiterlesen: Muskelzerrung: Definition

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