Muskelzerrung: Vorbeugen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (04. April 2017)

Einer Muskelzerrung können Sie vorbeugen, indem Sie sportliche Tätigkeiten stets mit einem leichten Aufwärmprogramm beginnen! Wie Ihr Warm-Up genau aussieht, können Sie entscheiden. Von Joggen über Radfahren bis hin zu leichten Schlagübungen (vorm Badminton oder Tennis) – entscheidend ist, dass Sie die Bewegungen kontrolliert und nicht zu schnell ausführen.

Um auch bei kalten Witterungsbedingungen einer Muskelzerrung wirksam vorbeugen zu können, sollten Sie Ihre Muskulatur besonders sorgfältig aufwärmen! Planen Sie dafür eine Aufwärmzeit von mindestens 15 Minuten ein.

Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings nicht, dass die Gefahr einer Muskelzerrung bei warmer Witterung geringer ist. Zwar verringert die höhere Umgebungstemperatur das kältebedingte Risiko einer Muskelzerrung, allerdings verliert der Körper – ausgelöst durch höhere Umgebungstemperaturen – auch mehr Flüssigkeit und Elektrolyte durch verstärktes Schwitzen. Das wiederum erhöht das Risiko einer Zerrung. Es gilt also, die Defizite in puncto Flüssigkeit und Elektrolyte regelmäßig und vor allem rechtzeitig auszugleichen.

Entgegengesetzt vieler Meinungen schützt Dehnen nicht vor einer Muskelzerrung. Wenn Sie während Ihres Aufwärmprogramms dennoch das Bedürfnis haben, sich zu dehnen, sollten Sie auf sanfte und dynamische Dehnübungen, das heißt federnde kleine Dehnbewegungen, zurückgreifen.

Passende Sport-Ausrüstung wichtig

Zusätzlich trägt die Wahl der passenden Sport-Ausrüstung dazu bei, einer Muskelzerrung vorzubeugen. Sparen Sie also nicht am Schuhwerk und legen Sie sich sportartgerechte Kleidung zu. Bei orthopädischen Problemen wie zum Beispiel Plattfüßen können zusätzliche Einlagen für die Sportschuhe sinnvoll sein.

Durchblutungsfördernde Salben ungeeignet

Das Einreiben mit durchblutungsfördernden Salben, Cremes oder Lösungen kann das gezielte Aufwärmprogramm nicht ersetzen. Sie bewirken zwar eine verstärkte Durchblutung, allerdings ist die Eindringtiefe so gering, dass ausschließlich die oberen Hautschichten stärker durchblutet werden.

Tiefer liegende Hautbereiche bleiben von der durchblutungsfördernden Wirkung ebenso unberührt wie die Muskulatur.

Daher können Sie mit solchen Präparaten einer Muskelzerrung nicht vorbeugen! Sie vermitteln lediglich das vermeintliche Gefühl von guter Durchblutung und Erwärmung der behandelten Muskeln, während tatsächlich nur die Haut erwärmt wird.

Sicher vorbeugen können Sie einer Muskelzerrung nicht. Wenn Sie ein paar Dinge berücksichtigen, können Sie das Risiko einer Muskelzerrung jedoch senken. Achten Sie auf

  • ein ausreichendes Aufwärmprogramm vorm Sport,
  • eine gesunde, ausgewogene Ernährung,
  • einen guten Gesundheitszustand
  • sowie eine sportlichen Belastung, die dem jeweiligen Trainingszustand angemessen ist.