Muskelzerrung: Definition

Veröffentlicht von: Till von Bracht (04. April 2017)

Die Muskelzerrung zählt zur Gruppe der geschlossenen Muskelverletzungen. Dazu gehören auch der Muskelfaserriss, der Muskelbündelriss und der Muskelriss. Bei diesen Verletzungen bleibt die Haut unverletzt

Worin unterscheiden sich Muskelzerrung, Muskelfaserriss und Muskelriss?

Bei einer Muskelverletzung ist es nicht immer einfach, eine Muskelzerrung von einem Muskelfaserriss oder einem Muskelriss zu unterscheiden. Denn im Grunde beruhen diese drei Verletzungen auf demselben Mechanismus – und zwar auf einer plötzlichen Überdehnung des Muskels. Lediglich das Ausmaß der Sportverletzung ist unterschiedlich.

  1. Muskelzerrung: Die Muskelzerrung ist die leichteste der drei genannten Verletzungsarten. Dabei kommt es nicht zum Zerreißen von einzelnen Muskelfasern oder gar des ganzen Muskels, sondern zu  einer gestörten Regulation der Muskelspannung. Das unterscheidet die Muskelzerrung von allen anderen Muskelverletzungen dieser Gruppe.
  2. Muskelfaserriss: Bei einem Muskelfaserriss zerreißen einzelne Muskelfasern bis hin zu ganzen Muskelfaserbündeln im Muskel.
  3. Muskelriss: Bei einem Muskelriss wird ein komplettes Muskelbündel durchtrennt. Es handelt sich um die schwerste der drei genannten Verletzungen.

Charakteristisch für eine Muskelzerrung ist, dass sich die Schmerzen allmählich entwickeln. Dadurch kann man eine Muskelzerrung von einem Muskelfaserriss unterscheiden – denn bei einem Riss treten die Schmerzen in der Regel schlagartig nach einer plötzlichen Belastungssteigerung auf.