Muskelverletzungen: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (14. März 2016)

Bei Muskelverletzungen richtet sich die Therapie nach dem Ausmaß der Verletzung: Während bei einer Muskelzerrung eine nicht-operative Behandlung reicht, kommt bei schwereren Verletzungen wie dem Muskelfaserriss oder dem Muskelriss auch eine Operation infrage.

Wie eine Muskelprellung (sog. "Pferdekuss") zu behandeln ist, hängt davon ab, über welche Fläche sich die Muskelverletzung ausdehnt. Bei Muskelprellungen im Sport sind nicht-operative Maßnahmen meist ausreichend, während bei schwerwiegenden Verletzungen mit großflächigen Einblutungen in die Muskulatur eine Operation notwendig sein kann.

Eine harmlose Muskelverletzung in Form von Muskelkater macht hingegen keine ärztliche Behandlung nötig. Einen Muskelkater können Sie selbst kurieren, indem Sie den Muskel einen Tag lang schonen und keinen Sport treiben.

Hilfreiche Mittel gegen Muskelkater sind warme Bäder oder Saunagänge – sie sorgen dafür, dass die betroffene Muskulatur besser durchblutet ist, was die Heilung von Muskelverletzungen beschleunigt. Besonders während der Schmerzphase ist es wichtig, Massagen zu unterlassen. Erst wenn der Schmerz etwas abgeklungen ist, sind Lockerungsmassagen zum Muskelaufbau sinnvoll. Dazu trägt auch ein gezieltes leichtes Trainieren mit dem abklingenden Muskelkater bei. Eine gegen Muskelkater wirksame Behandlung durch Medikamente ist nicht bekannt.

Abgesehen vom Muskelkater gilt bei jeder Muskelverletzung: Sofort die sportliche Aktivität abbrechen! Außerdem kann eine geeignete Erstversorgung von Muskelverletzungen den Heilungsverlauf günstig beeinflussen.

Erstversorgung

Bei Muskelverletzungen ist die richtige Erstversorgung wichtig, um die Heilung zu beschleunigen: Unter Umständen kann dies die Heilungsdauer um mehrere Wochen verkürzen. Die richtige Reihenfolge der Erste-Hilfe-Maßnahmen können Sie sich mit einer als PECH-Schema bezeichneten Eselsbrücke merken:

  • P wie Pause: Der erste Schritt zur Erstversorgung von Muskelverletzungen besteht darin, direkt nach dem Unfall beziehungsweise beim ersten Anzeichen für eine Verletzung die sportliche Betätigung einzustellen und die betroffene Extremität ruhig zu stellen, um weitere Schäden zu vermeiden.
  • E wie Eis: Um zu verhindern, dass durch einen bei Muskelverletzungen häufigen Bluterguss (Hämatom) eine Schwellung entsteht, ist es empfehlenswert, die betroffene Stelle sofort nach dem Unfall beziehungsweise der Verletzung mithilfe einer Eisauflage zu kühlen. Die Kühlung sorgt dafür, dass die verletzte Stelle weniger durchblutet ist. Außerdem sind die Schmerzen umso schwächer, je weniger die betroffene Stelle anschwillt.
  • C wie Compression: Zusätzlich zur Kühlung kann es bei der Erstversorgung einer Muskelverletzung hilfreich sein, mit einem elastischen, breitflächigen Kompressionsverband dosierten Druck auf die betroffene Stelle auszuüben. Dies verhindert, dass Blut in das Gewebe fließt und eine weitere Schwellung entsteht. Zudem stabilisiert und schont der unterstützende Verband den betroffenen Muskel.
  • H wie Hochlagerung: Nach Muskelverletzungen können Sie eine weitere Schwellung und Einblutung in das Gewebe auch unterbinden, indem Sie die betroffene Extremität hochlagern. Da auch das Kreislaufsystem den Gesetzen der Schwerkraft folgt, fließt durch eine hochgelagerte Extremität weniger Blut in die Weichteile der verletzten Region, dafür strömt das Blut umso leichter zurück.

Konservative Behandlung

Bei manchen Muskelverletzungen reichen zur Therapie nicht-operative Maßnahmen: Eine solche konservative Behandlung kommt zum Beispiel bei der Muskelzerrung und oft auch bei einer Muskelprellung (Pferdekuss) im Sport zum Einsatz. Die Behandlung zielt darauf ab, das Muskelgewebe möglichst schnell abschwellen zu lassen und Blutergüsse abzubauen. Dazu empfiehlt es sich, die Extremität hochzulagern und kühlende Verbände anzulegen. Entzündungshemmende Medikamente können Ihre Beschwerden lindern.

Die Ruhigstellung der Muskulatur und Tape-Verbände dienen bei Muskelverletzungen dem Zweck, gerissene Muskelfasern so weit anzunähern, dass sie selbstständig wieder zusammenwachsen können. Als weitere konservative Behandlung kommen später physikalische Maßnahmen wie Reizstrombehandlung und Lymphdrainage hinzu.

Operation

Schwerere Muskelverletzungen wie Muskelfaserrisse oder Muskelrisse können eine Operation nötig machen. So ist eine operative Therapie notwendig, wenn der Muskelfaserriss größer als ein Drittel des Querschnitts des betroffenen Muskelstrangs ist. Dabei versucht der Chirurg, die gerissenen Muskelfasern wieder zusammenzunähen. Auch wenn Blutergüsse auftreten, die so groß sind, dass der Körper sie nicht selbstständig abbauen kann, ist es ratsam, diese operativ zu entfernen.


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