Muskelverletzungen: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (14. März 2016)

Muskelverletzungen sind mehr oder weniger starke, durch Überlastung oder Trauma entstandene Schädigungen der Muskulatur. Meist handelt es sich bei einer Muskelverletzung um eine Muskelprellung (sog. Pferdekuss) oder eine Dehnungsverletzung – Letztere reicht:


Anatomie

Um besser verstehen zu können, was bei Muskelverletzungen geschieht, sind Kenntnisse in der Anatomie hilfreich: Der menschliche Körper besitzt über 300 verschiedene Muskeln. Dabei besteht jeder einzelne Muskelstrang aus Tausenden von Muskelfasern. Diese Fasern sind 9 bis 100 Mikrometer dick (1 Mikrometer = 1 Tausendstel Millimeter), während ihre Länge zwischen nur wenigen Mikrometern und mehreren Zentimetern variiert.

Zwischen den einzelnen Muskelfasern befinden sich kleinste Blutgefäße (sog. Kapillaren) sowie Nervenfasern und Bindegewebe. Das Bindegewebe fasst die einzelnen Fasern zu Muskelfaserbündeln zusammen. Diese Faserbündel wiederum sind von einer bindegewebsartigen Struktur, der Muskelfaszie, umhüllt und bilden so einen gut abgrenzbaren Einzelmuskel. Muskelverletzungen können einzelne Fasern, aber auch ganze Muskeln betreffen.

Das Bild zeigt den Aufbau eines Muskel.

Die Anatomie eines Muskels.

Je nach Schweregrad sind Muskelverletzungen mit unterschiedlich starken Veränderungen in der Anatomie der Muskeln verbunden. Dehnungsverletzungen kann man je nach Schweregrad wie folgt einteilen:

  • Grad I: Weniger als 5 Prozent der Muskelfasern sind gerissen; die Muskelfaszie ist nicht verletzt
  • Grad II: Mehr als 5 Prozent der Muskelfasern sind gerissen; die Muskelfaszie ist nicht verletzt; örtlich bildet sich ein Bluterguss (Hämatom)
  • Grad III: Mehr als 5 Prozent der Muskelfasern sind gerissen; die Muskelfaszie ist teils gerissen; es kommt an mehreren Stellen zu Einblutungen
  • Grad IV: Vollständiger Riss des Muskels und der Muskelfaszie

Auch bei Muskelverletzungen in Form von Muskelprellungen können die Muskelfasern in unterschiedlichem Ausmaß gequetscht oder gerissen sein und Einblutungen auftreten.

Häufigkeit

Muskelverletzungen sind besonders im Sport weit verbreitet: Sie gehören mit bis zu 30 Prozent zu den häufigsten Sportverletzungen im Breiten- und Spitzensport. Viele Menschen unterschätzen solche Verletzungen und ignorieren oft auch die ärztlich empfohlenen Sportpausen, was die Wahrscheinlichkeit für erneute Verletzungen erhöht.


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