Muskelschwund (Muskeldystrophie): Muskeldystrophie vom Typ Duchenne

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. Juli 2015)

Bei beiden Hauptformen von Muskelschwund (Muskeldystrophie) treten die ersten Symptome an der Beckengürtel- und Oberschenkelmuskulatur auf – die Muskeldystrophie vom Typ Duchenne gilt aber wegen der schneller fortschreitenden Muskelschwäche als bösartige Muskeldystrophie.

Die ersten auf Muskelschwund hindeutenden Symptome zeigen sich bei der Muskeldystrophie vom Typ Duchenne bereits im Kleinkindalter: Etwa zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr macht sich eine leichte Muskelschwäche der Beine bei den betroffenen Kindern bemerkbar, wodurch die Kinder häufig stolpern und fallen. In etwa einem Drittel der Fälle kommt es zu Wadenschmerzen, die später in den Hintergrund treten. Im weiteren Verlauf der Muskeldystrophie können die Kinder nur unter Zuhilfenahme eines Geländers Treppen steigen.

Durch die Muskelschwäche in Becken und Oberschenkel entsteht ein watschelnder Gang; das Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen ist erschwert. Die Kinder stützen sich an Wänden und Möbeln ab. Schon zwischen dem fünften und siebten Lebensjahr benötigen sie Hilfe, um aus dem Sitzen oder Liegen aufzustehen, da der Muskelschwund auch auf die Muskulatur der Schulter und Arme übergreift.

Mit fortschreitendem Muskelschwund sind die Symptome zunehmend ausgeprägter: Im Alter von zwölf Jahren können Kinder mit Muskeldystrophie vom Typ Duchenne ihre Arme oft schon nicht mehr in die Horizontale anheben. Viele sind dann bereits auf den Rollstuhl angewiesen, können sich aber noch eingeschränkt selbstständig versorgen. Meist benötigen Menschen mit einer Muskeldystrophie vom Typ Duchenne etwa ab dem 18. Lebensjahr eine vollständige Pflege.

Die bei Kindern mit Muskeldystrophie vom Typ Duchenne charakteristische Symptome sind die sogenannten Gnomenwaden oder Kugelwaden: Sie entstehen, weil Fett- und Bindegewebe das zugrunde gehende Muskelgewebe ersetzen. Ein für Muskelschwund der Rumpf- und Schultermuskulatur typisches Anzeichen ist die sogenannte Scapulae alatae: Dies bezeichnet ein flügelartiges Abstehen der Schulterblätter vom Rumpf.

Letztendlich wirkt sich der Muskelschwund auch auf die Atemmuskulatur und den Herzmuskel aus. Die Folgen der Muskelschwäche: Atemfunktion und Herzleistung sind zunehmend eingeschränkt, was sich durch Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsschwäche und Herzbeschwerden äußern kann.

Die geistige Entwicklung und die Intelligenz der Kinder sind durch die Muskeldystrophie vom Typ Duchenne jedoch bis auf wenige Ausnahmen nicht eingeschränkt.


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