Muskelschwund (Muskeldystrophie): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. Juli 2015)

Bei Verdacht auf Muskelschwund (Muskeldystrophie) kommen zur Diagnose viele verschiedene Untersuchungsmethoden infrage. Die erste Verdachtsdiagnose ergibt sich, wenn im Kindesalter eine ungewöhnliche Schwäche der Muskulatur besteht.

Laboruntersuchungen

Bei einem möglichen Muskelschwund sind zur Diagnose schon frühzeitig verschiedene Laboruntersuchungen hilfreich:

Bei Muskelschwund ist die Anzahl einiger für die Muskulatur charakteristischer Enzyme häufig schon im Blut erhöht, bevor die ersten Anzeichen von Muskelschwäche auftreten. Dazu gehören die Kreatinkinase (CK) und die Laktatdehydrogenase (LDH). Beide Enzyme finden sich in unterschiedlichen Formen in den Zellen der Skelettmuskulatur und im Herzmuskel. Wenn die Muskeldystrophie diese Muskelzellen zerstört, kommt es zu einer Freisetzung der Enzyme – entsprechende Laboruntersuchungen können diese dann im Blut nachweisen. Oft ist so die erste Diagnose schon direkt nach der Geburt möglich: Bei Muskeldystrophie vom Typ Duchenne ergibt eine Blutuntersuchung bereits im Nabelschnurblut stark erhöhte Kreatinkinase-Werte.

Zur Muskelschwund-Diagnose können nicht nur Laboruntersuchungen des Bluts beitragen, sondern auch eine Urinuntersuchung: Ein weiterer typischer Laborbefund bei bestehender Muskeldystrophie ist ein verminderter Wert des Stoffwechselprodukts Kreatinin im Harn.

Bei der Muskelschwund-Diagnose können auch das Elektromyogramm (EMG) und das Elektrokardiogramm (EKG) eine Rolle spielen: Sie zeichnen die Aktionsströme der Skelettmuskulatur beziehungsweise der Herzmuskulatur auf. Diese Aktionsströme sind schnelle elektrische Spannungsschwankungen, die durch einen veränderten Erregungszustand einer Zelle (z.B. durch einen Nervenreiz oder einen elektrischen Reiz) entstehen. EMG und EKG zeichnen diese Spannungsschwankungen als Kurvenbild auf und zeigen je nach Krankheitsbild charakteristische Veränderungen. Bei Menschen mit Muskeldystrophie sind unter anderem Dauer und Stärke der einzelnen Muskelerregungen deutlich vermindert.


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