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Stand: 12. Mai 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Vorweg eine gute Nachricht: Die Prognose einer Muskelverletzung ist prinzipiell gut. Nach einem Muskelfaserriss empfiehlt es sich, für die Dauer von circa fünf Tagen eine Ruhepause einzulegen. Ab wann und in welchem Umfang das verletzte Bein oder der verletzte Arm wieder belastet werden kann, hängt von der Schwere der Verletzung ab. Schmerzen dürfen beim Training auf keinen Fall auftreten. Als Faustregel gilt: Je geringer die Schädigung, desto eher kann das Training wieder beginnen. Aber: Übermotivation ist fehl am Platz – zu frühes Training kann den Muskel erneut verletzen, dies erschwert und verlängert die Heilung.
Ungefähr drei bis sechs Wochen nach einem Muskelfaserriss kann der Betroffene das Bein wieder voll belasten. Die meist unterschiedliche Dauer der Heilungszeiten im Amateur- und Profisportbereich erklärt sich durch die intensive professionelle Betreuung, die Profis zuteil wird. Ein unmittelbarer Beginn der Therapie ist besonders wichtig. Eine Erstversorgung am Unfallort nach der sogenannten PECH-Regel (Pause, Eis, Compression, Hochlagerung) trägt dazu bei, Blutung und Schwellung möglichst einzuschränken. Dies verbessert die Bedingungen für die Regeneration des Muskels. Durch optimale medizinische Voraussetzungen lässt sich der Verlauf daher in einigen Fällen deutlich verkürzen. Ort und Ausmaß der Muskelverletzung spielen eine entscheidende Rolle für den Heilungsverlauf.
Jeder Muskelfaserriss hinterlässt eine Narbe aus Bindegewebe in der Muskulatur. Im Bereich einer solchen Narbe tritt in der Folgezeit eher eine weitere Verletzung auf – das sollte der Sportler bedenken und während des Trainings und Wettkampfs berücksichtigen.
Immer mal wieder sprechen die Medien im Zusammenhang mit Muskelverletzungen von "Wunderheilungen". Sportmediziner weisen den Begriff klar von sich: Kann ein Sportler extrem früh wieder voll trainieren oder gar am Spielbetrieb teilnehmen, bestand entweder eine andere Verletzung, es lag also eine Fehldiagnose vor, oder es handelt sich um eine Falschinformation der Medien. Klar ist: Eine umfassende Therapie vermag die Heilungszeit im Vergleich zum Amateursportler zu verkürzen, Wunder kann sie nicht vollbringen.
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