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Muskelfaserriss

Muskelfaserriss: Therapie

Stand: 12. Mai 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Frau kühlt im Sitzen ihren verletzten Unterschenkel
Einen Muskelfaserriss sollte man rasch behandeln.

Beim Muskelfaserriss richtet sich die Therapie nach der Schwere der Verletzung. In jedem Fall gilt: Jegliche sportliche Betätigung muss umgehend unterbleiben und schnelles Handeln ist gefragt. Eine geeignete Erstversorgung (noch "auf dem Platz") spielt eine zentrale Rolle und vermag den Heilungsverlauf deutlich zu verkürzen, mitunter um Wochen. Die schnelle Behandlung soll verhindern, dass viel Blut aus verletzten Gefäßen in die Muskulatur austritt. Denn ein Bluterguss in der Muskulatur führt letztlich zu einer Narbe, die den Heilprozess beeinträchtigt.

Bei der Muskelfaserriss-Behandlung gelten Druckverband und Kühlung als Standard, zum Beispiel in Form eines sogenannten "Hot-Ice"-Verbands.

Erstversorgung

Im Idealfall behandelt man einen Muskelfaserriss direkt nach Auftreten der Schmerzen gemäß dem sogenannten PECH-Schema. Die einzelnen Buchstaben in "PECH" stehen für die Anfangsbuchstaben der vier wichtigsten Erstmaßnahmen der Therapie:

  • Pause
  • Eis
  • Compression
  • Hochlagerung

Dieses Vorgehen nach der PECH-Regel gilt neben der Muskelfaserriss-Behandlung auch für viele andere Sportverletzungen.

Pause: Wer beim Sport Schmerzen spürt, sollte umgehend pausieren. Nur so lässt sich weiterem Schaden vorbeugen. Das betroffene Bein (oder der Arm) muss ruhig gestellt werden.

Eis: Beim Muskelfaserriss reißen Muskelfasern und Gefäße. Die Behandlung mit Kälte verhindert, dass ein großer Bluterguss (Hämatom) entsteht, da sich bei Kälte die Gefäße verengen und in der Folge weniger Blut zur Verletzung gelangt. Daher gilt: Die betroffene Stelle sollte man sofort nach dem Unfall kühlen. Außerdem vermindert Kälte Schmerzen und wirkt einer Wasseransammlung (Ödembildung) im Gewebe entgegen, sorgt also dafür, dass das Gewebe weniger anschwellt. Geeignet sind Kühlpackungen oder ein Beutel mit zerstoßenen Eiswürfeln. Bitte beachten: Das Eis darf nicht direkt auf der Haut liegen, dies könnte zu einer Erfrierung führen. Daher empfiehlt es sich, ein Tuch oder Ähnliches zwischenzulegen oder zumindest eine "Bahn" einer Binde um den Oberschenkel oder die Wade zu schlagen und dann das Eis aufzulegen. Den Eisverband sollte man nach etwa 20 Minuten entfernen, danach sollte ein Druckverband mit einem kühlenden Gel angelegt werden.

Compression (Kompression): Wie auch die Kühlung zielt Druck von außen auf die verletzte Stelle darauf ab, eine größere Einblutung zu verhindern. Elastische breitflächige Kompressionsverbände sind hierfür zweckmäßig. Zudem stabilisiert und schont ein solcher Druckverband mit elastischen Binden den vom Muskelfaserriss betroffenen Muskel. Keinesfalls darf der Verband zu eng sitzen oder einschnüren, da er sonst Gefäße und Nerven einklemmt und schädigt.

Hochlagerung: Durch Hochlagern des verletzten Beins oder Arms fließt weniger Blut durch die Arterien in den verletzten Muskel. Andererseits erleichtert diese Position, dass das Blut über die Venen abfließt. Folglich wirkt das Hochlagern einer weiteren Schwellung und Einblutung entgegen.

"Hot-Ice"-Verband: Das medizinische Team einer Sportmannschaft hält meist eine Kühlbox bereit. Darin befinden sich

  • kaltes Leitungswasser mit Eiswürfeln,
  • darin eingelegte Schwämme sowie
  • elastische Binden unterschiedlicher Breite.

Verletzt sich ein Sportler, legt der Betreuer ihm den kalten Verband an und beträufelt die Binde in regelmäßigen Abständen mit Eiswasser, indem er einen der getränkten Schwämme über dem Verband ausdrückt. Die Wirkung dieser Sofortmaßnahme macht sich vielfach positiv beim Heilungsverlauf bemerkbar.

Weiterlesen: Muskelfaserriss: Therapie – Medikamente, Hilfsmittel und Operation

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