Mundgeruch (Halitosis, Foetor ex ore): Diagnose

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (14. Februar 2017)

Die Diagnose "Mundgeruch" (Halitosis, Foetor ex ore) zu stellen, ist relativ einfach: Der Arzt nimmt den unangenehmen Geruch durch eine Geruchsprobe der Ausatemluft wahr sog. (organoleptischen Diagnostik). Je nachdem, in welchem Abstand er den Mundgeruch noch wahrnehmen kann, kann der Arzt diesen in verschiedene Schweregrade einteilen.

So leicht es ist, Mundgeruch festzustellen, so schwierig kann sich die Suche nach den möglichen Ursachen erweisen – denn es kann viele Gründe für den schlechten Geruch geben.

Einen ersten Hinweis auf die Ursache kann die Art des Mundgeruchs geben. In den meisten Fällen entsteht Mundgeruch im Mund-, Nasen- oder Rachenraum. Dabei riecht die Atemluft aus dem Mund unangenehm (sog. Foetor ex ore). Hat hingegen (auch) die Luft, die durch die Nase entweicht, einen üblen Geruch (sog. Halitosis), sind die Ursachen in der Regel woanders zu finden, so etwa im Verdauungstrakt, in den Atemwegen oder im Stoffwechsel. Auch der Geruch (z.B. süßlich, "erdig", …) kann dem Arzt weiterhelfen.

Hält der Mundgeruch über einen längeren Zeitraum an, empfiehlt sich zunächst der Besuch beim Zahnarzt, denn fast immer sind Probleme im Mundbereich die Ursache, zum Beispiel durch mangelnde Mundhygiene oder Entzündungen.

Der Zahnarzt kann Ihnen sagen, was Sie gegen den Mundgeruch tun können, und behandelt gegebenenfalls ursächliche Erkrankungen der Zähne. Findet er im Mundraum nichts, was den Mundgeruch verursacht haben könnte, wird er Sie gegebenenfalls zu einem anderen Arzt schicken – zum Beispiel zu einem Hals-Nasen-Ohrenarzt oder zu einem Internisten.

Der Zahnarzt wird bei einer Untersuchung zum Beispiel

  • Füllungen und Kronenränder prüfen,
  • nachschauen, ob Karies für den Mundgeruch verantwortlich sein könnte und
  • den Speichelfluss bestimmen.

Zu wenig Speichel im Mund kann Mundgeruch begünstigen. Die Speichelfließrate kann der Zahnarzt ermitteln, indem er den Speichel seines Patienten nach dem Kauen eines geschmacksneutralen Kaugummis auffängt und die Menge misst.

Zur objektiven Bestimmung und Messung des Mundgeruchs kommen in einzelnen Zahnkliniken auch spezielle Geräte (z.B. sog. Sulfidmonitore) zum Einsatz, die den Anteil von flüchtigen Schwefelverbindungen in der Atemluft messen.

Betroffene bemerken den Geruch meist selbst nicht. Wenn Sie das Gefühl haben, an Mundgeruch zu leiden: Legen Sie die eventuelle Scheu ab und fragen Sie Ihren Arzt oder nahestehende Personen, ob sie einen unangenehmen Geruch wahrnehmen. In den meisten Fällen kann man Mundgeruch gut behandeln!


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst