Startseite > Krankheiten > Multiple Sklerose > Multiple Sklerose und Ernährung: Was sollte man beachten?
Diskussion und Erfahrungsaustausch im Forum Krankheit – Alltag – Leben
Sie sind noch nicht registriert? Kostenlos registrieren
Stand: 1. Januar 2006Autor: Onmeda-Redaktion
Grundsätzlich sollten Betroffene mit multipler Sklerose (MS) auf eine ausgewogene Ernährung achten, auch damit keine Mangelzustände entstehen. Darüber hinaus ist eine Gewichtsregulierung günstig, die sowohl Untergewicht als auch Übergewicht vermeidet.
In Europa ist die Nahrung vieler Menschen sowohl zu fett- als auch zu eiweißreich. Fette sollten höchstens rund 25 bis 30 Prozent der gesamten Energiezufuhr ausmachen, wobei zu beachten ist, dass viele Lebensmittel – wie zum Beispiel Nüsse oder Schokolade – versteckte Fette enthalten. Auch eine zu fleischreiche Nahrung ist wegen ihres Fettanteils ungünstig. Damit ein wichtiger Teil der allgemeinen Lebensqualität erhalten bleibt, sollten aber gerade Menschen mit multipler Sklerose darauf achten, dass ihr Essen möglichst schmackhaft ist. In aller Regel müssen sich Betroffene mit multipler Sklerose keine besonderen Gedanken um ihre Ernährung machen, wenn sie eine Mischkost mit ausreichend frischem Obst und Gemüse zu sich nehmen.
Im Hinblick auf die Bedeutung spezieller Nahrungsbestandteile haben bei multipler Sklerose die mehrfach ungesättigten Fettsäuren besonderes Interesse erlangt. Diese werden teilweise auch als "essenziell" bezeichnet, weil der menschliche Körper sie nicht herstellen kann und diese deswegen mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Im Gegensatz zu gesättigten Fettsäuren enthalten sie sogenannte Doppelbindungen und können den Cholesteringehalt im Blut senken. Obwohl manche ungesättigten Fettsäuren – zum Beispiel die sogenannte Arachidonsäure – auch die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe fördern kann, wird bei MS allgemein zur Verwendung von pflanzlichen Ölen und Fetten mit einem hohen Anteil dieser Fettsäuren geraten.
In spezielle Ernährungsformen oder Diäten sind bei multipler Sklerose (MS) schon seit vielen Jahrzehnten große Hoffnungen gesetzt worden. In der Regel sind diese jedoch nicht notwendig und zudem auch oft nicht genügend wissenschaftlich belegt.
| Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|
| Evers-Diät | Diese Diät ist besonders reich an Rohkost und vermeidet "denaturierte" Lebensmittel wie Konservierungsstoffe, weißes Mehl oder raffinierten Zucker; die Annahme, dass Kochen oder andere Zubereitungen der Nahrung bei MS einen ungünstigen Verlauf haben, ist allerdings nicht belegt. |
| Diät nach Dr.Swank | Diese Diät beruht auf einer möglichst starken Verminderung der Fettzufuhr (höchstens 15 bis 20 g tierisches Fett pro Tag). Bislang liegt allerdings kein aussagekräftiger Wirksamkeitsnachweis bei MS vor. |
| Diät nach Dr. Fratzer und Dr. Hebener | Diese Diät geht von der Annahme aus, dass bei MS die Zufuhr von Linolsäure vermindert werden soll, weil aus dieser weil aus dieser Arachidonsäure entstehe (was beim Menschen jedoch nur sehr begrenzt der Fall ist). Diese Diät hat keine Berechtigung. |
| Glutenfreie Diät | Diät unter der Annahme, dass Gluten bei MS schädlich sei; es gibt allerdings keine Anhaltspunkte dafür, dass diese Annahme zutrifft. |
| Allergenfreie Diät | Diät unter der Vorstellung, dass bei MS eine Allergie z.B. gegen Nahrungsmittel vorliegt. Dafür besteht jedoch kein Anhalt, sodass eine entsprechende Diät sinnlos ist. |
| Vegetarische Kost | Diät ohne Fleisch, bei der aber (teilweise) Produkte lebender Tiere wie Eier, Honig oder Milch erlaubt sind; ein Wirksamkeitsnachweis bei MS liegt nicht vor. |
Erfahren Sie, welche Symptome bei multipler Sklerose auftreten und wie Sie mit der Erkrankung umgehen können. mehr ...
Im Themenspecial finden Betroffene und Angehörige Informationen zu modernen Therapieformen sowie zur aktuellen Krebsforschung. mehr ...
Wir erfüllen die afgis-Transparenzkriterien. Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheits-informationen.
Wir befolgen den HONcode-Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen. Kontrollieren Sie dies hier.
Onmeda zählt zu den zertifizierten Gesundheitswebseiten nach den Medisuch-Kriterien.
© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.