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Multiple Sklerose (MS)

Multiple Sklerose (MS): Verlauf

Stand: 13. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Multiple Sklerose (MS) nimmt typischerweise einen dauerhaften Verlauf, der im Wesentlichen eine der folgenden Formen zeigt:

  • Schubförmig wiederkehrender Verlauf: Die multiple Sklerose führt innerhalb weniger Tage zu plötzlichen Beschwerden. Diese halten mehrere Tage bis Wochen an und bilden sich anschließend wieder (meist vollständig) zurück. Je länger die Symptome bestehen, desto wahrscheinlicher bleiben jedoch Restschäden zurück. Zwischen zwei Schüben vergehen durchschnittlich ein halbes bis drei Jahre, in seltenen Fällen mehr.
  • Primär chronisch fortschreitender (progredienter) Verlauf: Die Beschwerden beziehungsweise Behinderungen schreiten von Anfang an schleichend, aber stetig fort. Akute Multiple-Sklerose-Schübe treten nicht auf.
  • Sekundär chronisch fortschreitender Verlauf: Die Anzahl auftretender Schübe verringert sich, bis es schließlich zu gar keinen Schüben mehr kommt. Die durch die multiple Sklerose hervorgerufene Behinderung schreitet jedoch stetig fort.

Allgemein gilt, dass eine frühzeitige und angemessene Therapie eine multiple Sklerose in ihrem Verlauf günstig beeinflussen kann. Daher ist es wichtig, die multiple Sklerose frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Eine vollständige Heilung der Erkrankung ist derzeit jedoch nicht möglich.

Eine Schwangerschaft und Geburt wirkt sich nicht negativ auf den Multiple-Sklerose-Verlauf aus. Während der Schwangerschaft nimmt die Häufigkeit der Schübe sogar ab. Unmittelbar nach der Entbindung kann sie wieder leicht erhöht sein. Ein Kind von Menschen mit multipler Sklerose hat mit 3 Prozent ein – im Vergleich zur Gesamtbevölkerung – 30-fach erhöhtes Risiko, ebenfalls eine multiple Sklerose zu entwickeln. Das bedeutet: Die meisten Kinder (97%) mit betroffenem Elternteil entwickeln die Erkrankung nicht.

Prognose

Da die multiple Sklerose (MS) von Fall zu Fall einen sehr unterschiedlichen Verlauf nimmt, ist eine Prognose im Einzelfall nicht möglich. In seltenen Fällen kann eine multiple Sklerose gutartig verlaufen. Dann verspüren die Betroffenen zwischen den weit auseinander liegenden Schüben über Jahre hinweg keine Verschlechterung oder bemerken nur minimale Behinderungen, die ein normales Alltags- und Berufsleben zulassen. Andererseits ist vereinzelt auch ein sehr schwerer Krankheitsverlauf möglich, der innerhalb weniger Jahre zu schweren Behinderungen bis hin zum Tod führt.

Allgemein hat die multiple Sklerose eine bessere Prognose als häufig angenommen. Nach einer mittleren Krankheitsdauer von 18 Jahren ist noch etwa ein Drittel der Betroffenen voll berufstätig oder arbeitet relativ uneingeschränkt im Haushalt. Ein günstiger Verlauf ist vor allem dann zu erwarten, wenn sich die Symptome nach dem ersten Multiple-Sklerose-Schub weitgehend oder vollständig zurückbilden.

Weiterlesen: Multiple Sklerose (MS): Vorbeugen

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