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Multiple Sklerose (MS)

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Multiple Sklerose: Ursachen

(Stand: 3. Juli 2009)

Liegt eine Multiple Sklerose (MS) vor, werden durch Entzündungen in Gehirn und Rückenmark die Markscheiden der Nervenfasern zerstört. Die Ursachen hierfür sind nicht genau bekannt. Die folgenden Faktoren spielen jedoch eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Multipler Sklerose:

  • Autoimmunprozesse: Die Multiple Sklerose gehört zur Gruppe der Autoimmunerkrankungen (auto = selbst). Dabei wird das Immunsystem des Körpers, das sonst fremde Erreger beziehungsweise Stoffe angreift, gegen körpereigenes Gewebe aktiv. (Warum dies geschieht, ist bisher nicht geklärt. Möglicherweise kam es bei den Betroffenen zu Infektionen mit Erregern, deren Strukturen teilweise mit körpereigenen Strukturen identisch sind.) Der Körper bildet als Reaktion darauf Antikörper, die auch gegen die eigenen Zellen gerichtet sind. Verbleiben diese Antikörper nach der Infektion im Blut, entwickeln sich chronische Erkrankungen, die in der Regel in Schüben verlaufen und verschiedene Organe und Gewebe betreffen können. Bei Multipler Sklerose ist das Nervengewebe betroffen. Weitere Beispiele für ähnlich verlaufende Autoimmunerkrankungen sind der Systemische Lupus erythematodes (SLE) oder die Rheumatoide Arthritis.
  • Genetische Ursachen: Enge Verwandte von Menschen mit Multipler Sklerose haben ein – im Vergleich zur Gesamtbevölkerung – zehn- bis 30-fach erhöhtes Risiko, ebenfalls eine Multiple Sklerose zu entwickeln. Bei einigen Völkern ist Multiple Sklerose auffallend seltener zu beobachten als bei anderen. Demnach scheinen erbliche Faktoren die Entstehung von Multipler Sklerose mit zu beeinflussen. Dennoch ist Multiple Sklerose keine Erbkrankheit im klassischen Sinn, da auch Umweltfaktoren eine wichtige Rolle bei ihrer Entstehung spielen.
  • Infektionen: Auch ausgeheilte Infektionen mit bestimmten Erregern, deren Oberfläche Ähnlichkeiten mit Markscheiden der Nervenfasern aufweisen, könnten zu der immer wieder aufflammenden Entzündung im zentralen Nervensystem führen. Mögliche Ursachen sind beispielsweise Herpes-Viren, vor allem das Epstein-Barr-Virus, sowie Chlamydien.

Risikofaktoren

Wenn eine Multiple Sklerose besteht, steigt durch seelische und körperliche Belastungen, bei denen das Immunsystem aktiv wird, das Risiko für einen akuten Schub. Zu den möglichen Risikofaktoren zählen:

  • Stresssituationen, zum Beispiel Operationen und größere Verletzungen
  • Schwankungen im Hormonhaushalt wie Pubertät oder Wechseljahre
  • Infektionen, besonders Virus-Infektionen wie zum Beispiel Grippe
  • bestimmte aktive Impfungen sowie Hyposensibilisierungen bei Allergien
  • Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen, zum Beispiel Präparate mit Sonnenhut (Echinacea)

Weiterlesen: Multiple Sklerose: Symptome

Autor: Onmeda Redaktion

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

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