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Multiple Sklerose (MS): Basistherapie

Veröffentlicht von: Carolin Grob (27. Juni 2013)

Gegen multiple Sklerose (MS) kommt auch eine dauerhafte Therapie zum Einsatz, um das Fortschreiten der Erkrankung zu hemmen. Diese Basistherapie soll

  • weitere Schübe verhindern oder abschwächen,
  • das Fortschreiten der Behinderung durch die multiple Sklerose verlangsamen,
  • Ihre Lebensqualität erhalten.

Gegen multiple Sklerose sind als Basistherapie Substanzen geeignet, die das Immunsystem beeinflussen, wie:

Sie verringern nachweislich die Häufigkeit und Dauer einzelner Multiple-Sklerose-Schübe. Im Idealfall kann diese Therapie zur Schubfreiheit führen. Auch der menschliche Körper selbst bildet Interferone, die unter anderem die Bildung von Botenstoffen der Entzündung regulieren.

Als Tablette verabreichtes Interferon beta würden Sie verdauen, ehe es überhaupt wirken könnte. Deshalb besteht die Multiple-Sklerose-Basistherapie mit Interferon beta aus Injektionen: Der Arzt spritzt diesen Wirkstoff entweder alle zwei Tage beziehungsweise mehrmals pro Woche unter Ihre Haut (subkutan) oder einmal pro Woche in Ihre Muskulatur (intramuskulär). Glatirameracetat bekommen Sie täglich unter die Haut gespritzt. Wenn Sie sich zur Multiple-Sklerose-Therapie ungern so häufig Spritzen verabreichen lassen, können Sie sich nur einmal pro Woche ein Interferon-Präparat in die Muskulatur spritzen lassen (oder es sich nach einer Schulung selbst verabreichen). Unter die Haut gespritzt führt dieser Wirkstoff häufiger zu Hautrötungen und Schwellungen an der Einstichstelle beziehungsweise zu allergischen Reaktionen.

Wenn Sie multiple Sklerose haben, ist es ratsam, möglichst früh mit der Basistherapie zu beginnen: Dies kann die Prognose der multiplen Sklerose günstig beeinflussen. Allerdings können Interferone zahlreiche Nebenwirkungen haben. Meist handelt es sich hierbei um grippeähnliche Symptome wie Fieber, Müdigkeit und Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen. Interferone wie auch Glatirameracetat sind nicht bei allen Menschen zur Multiple-Sklerose-Therapie geeignet (z.B. nicht während der Schwangerschaft).

Alternativ kommen in solchen Fällen zur Multiple-Sklerose-Therapie intravenöse Immunglobuline (IVIG) infrage. Eine Basistherapie mit bestimmten Immunsuppressiva (z.B. Azathioprin, Mitoxantron) kommt dann zum Einsatz, wenn die multiple Sklerose schwer beziehungsweise stetig stärker werdend verläuft.

Wenn eine multiple Sklerose trotz Therapie mit Interferon beta hochaktiv ist und schubförmig verläuft oder wenn sie rasch fortschreitet und schubförmig nachlässt, bietet sich als alternative Basistherapie der Wirkstoff Natalizumab oder Fingolimod an: Natalizumab ist ein gezielt wirkender Antikörper, der verhindert, dass bestimmte Zellen des Immunsystems an die Innenwand von Blutgefäßen im Bereich des Gehirns (Blut-Hirn-Schranke) andocken. Dadurch können diese Immunzellen nicht ins zentrale Nervensystem einwandern, wo sie schwere Entzündungsreaktionen hervorrufen würden. Im Allgemeinen ist Natalizumab gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen der Therapie sind: Kopfschmerzen, Harnwegsinfektionen, Depressionen, leichte Atemwegsinfektionen, Gelenkschmerzen und Müdigkeit. Mit zunehmender Behandlungsdauer steigt allerdings das Risiko für die Entwicklung einer schwerwiegenden, virusbedingten Erkrankung des zentralen Nervensystems: der progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML). Dieses Risiko ist zusätzlich erhöht, wenn vor der Behandlung mit Natalizumab ein Mittel zum Einsatz kam, das die Immunabwehr unterdrückt (sog. Immunsuppressivum).

Auch Fingolimod hindert krankheitsverursachende Immunzellen daran, ins zentrale Nervensystem einzuwandern, und verringert so die für multiple Sklerose typische Entzündung und Zerstörung von Nervengewebe. Das Besondere an der Multiple-Sklerose-Therapie mit Fingolimod ist, dass Sie den Wirkstoff als Kapsel über den Mund einnehmen können (orale Therapie). Zu den möglichen Nebenwirkungen der Fingolimod-Behandlung gehören: grippeähnliche Symptome, Darmbeschwerden, verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), unregelmäßiger Herzrhythmus, depressive Verstimmungen sowie Sehprobleme aufgrund einer Schwellung im zentralen Sehbereich der Netzhaut am Augenhintergrund (Makulaödem).






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