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Multiple Sklerose (MS): Symptome

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. Januar 2016)

Die durch multiple Sklerose (MS) bedingten Symptome sind sehr vielfältig: Für multiple Sklerose ist weder ein bestimmtes Anzeichen noch ein bestimmter Verlauf typisch. Allerdings treten manche Frühsymptome besonders oft auf.

Als häufigste frühe Multiple-Sklerose-Symptome gelten Gefühlsstörungen, Sehstörungen und Lähmungen der Muskulatur:

  • Empfindungsstörungen: Die MS-Symptome umfassen fast immer ein Taubheitsgefühl oder ein Kribbeln (Ameisenlaufen) an Armen und Beinen, Spannungsgefühle um die Gelenk- und Hüftregion (wie ein eiserner Handschuh oder Gürtel), Schmerzen oder auch eine verminderte Empfindlichkeit (z.B. bei der Temperaturwahrnehmung).
    Oft beginnen die Missempfindungen in den Fingerspitzen oder in den Füßen und breiten sich dann auf Arme beziehungsweise Beine aus. Ein verbreitetes Multiple-Sklerose-Anzeichen ist das sogenannte Nackenbeugezeichen: Beugen die Betroffenen den Kopf nach vorne, verspüren sie häufig einen blitzartigen Schlag entlang der Wirbelsäule – manchmal bis in die Hände und Füße.
  • Sehstörungen: Etwa drei Viertel aller Menschen mit MS haben solche Beschwerden – allerdings in unterschiedlicher Ausprägung. Häufigster Grund für diese Multiple-Sklerose-Symptome ist ein entzündeter Sehnerv (eine sog. Optikusneuritis). Die Sehstörung beginnt oft mit Augenschmerzen, die sich bei einer Bewegung der Augäpfel verstärken. Die Betroffenen sehen ihr Umfeld auf einem Auge plötzlich wie durch einen Schleier oder Nebel. Je nachdem, wie stark die Entzündung ausgeprägt ist, kann auch das Farbensehen beeinträchtigt sein. Außerdem kann es zu Lichtblitzen oder zu Ausfällen des Gesichtsfelds kommen. In manchen Fällen ist das sogenannte zentrale Sehen beeinträchtigt, sodass es plötzlich schwierig ist, eine kleine Druckschrift zu lesen. Meist bilden sich die Symptome innerhalb von wenigen Wochen bis sechs Monaten nach Abklingen der Entzündung wieder zurück. Bei einer anderen Form der Sehstörung sehen die Betroffenen Doppelbilder. Dies ist auf eine Lähmung der Augenmuskulatur zurückzuführen.
  • Muskellähmungen: Multiple Sklerose führt häufig dazu, dass die Muskeln kraftlos sind, schnell ermüden, angespannt (spastisch) und steif sind; weitere mögliche MS-Symptome sind Lähmungserscheinungen in den Armen und Beinen: Oft setzt die Lähmung nur in einem Bein ein. Die Muskulatur kann neben der Spastik zusätzlich eine Schwäche zeigen; betroffen sein können Arme und Beine sowie auch eine Körperseite.
Simulation: plötzlich auftretendes Schleiersehen und zentraler Gesichtsfeldausfall rechts bei Multipler Sklerose

Typische Sehstörungen bei multipler Sklerose

Charakteristischerweise verstärken sich die Multiple-Sklerose-Symptome durch Hitze, Fieber oder Anstrengung. Dies gilt vor allem für die Muskelschwäche.

Die drei wichtigsten Multiple-Sklerose-Symptome – Gefühlsstörungen, Sehstörungen, Muskellähmungen – müssen das Krankheitsbild nicht unbedingt bestimmen: MS kann viele weitere Symptome verursachen. Nicht umsonst gilt sie als Erkrankung mit tausend Gesichtern.

Eine multiple Sklerose kann bestimmte Symptome im Gesicht hervorrufen, wenn verschiedene Hirnnerven an der Erkrankung beteiligt sind: Dann kommt es dort zu Lähmungen (sog. Fazialisparese) oder zu Schmerzen (sog. Trigeminusneuralgie). Weitere mögliche MS-Symptome sind Geschmacksstörungen und Gleichgewichtsstörungen.

Ist das Kleinhirn durch die multiple Sklerose geschädigt, treten als weitere Symptome Sprachstörungen, Unsicherheiten beim Gehen und zitternde Hände auf. Die Sprachstörungen empfinden Menschen mit MS oft als besonders belastend. Eine bei multipler Sklerose typische Sprachstörung ist die langsame, schleppende Sprache, bei der die Betroffenen die einzelnen Silben abgehackt und explosiv ausstoßen.

In etwa zwei Drittel aller Fälle ruft multiple Sklerose eine Blasenfunktionsstörung hervor. Dadurch sind Alltagsleben und Wohlbefinden der Betroffenen zum Teil schwer eingeschränkt. In frühen Stadien herrscht ein heftiger und kaum zu kontrollierender Harndrang mit unwillkürlichem Harnverlust (Inkontinenz) vor. Später kommt es meist zu ungewolltem Harnverhalt. Weitere mögliche MS-Symptome sind eine gestörte Stuhlentleerung (meist Verstopfung), gestörte Sexualfunktionen und gestörte Schweißabsonderung.

Außerdem kann multiple Sklerose die Psyche beeinflussen und somit Anzeichen für psychische Erkrankungen mit sich bringen: MS macht anfälliger für Stimmungsschwankungen und depressive Symptome wie Traurigkeit, Schlaflosigkeit und Antriebslosigkeit. Mitunter zeigen Menschen mit multipler Sklerose auch ein sehr euphorisches Verhalten, das mit dem eigentlichen Krankheitszustand nicht in Übereinstimmung zu bringen ist.

Grundsätzlich kann eine multiple Sklerose alle genannten Symptome einzeln oder in Kombinationen zeigen.



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