MRSA-Infektion

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (14. April 2015)

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MRSA ist die Abkürzung für "methicillinresistenter Staphylococcus aureus", häufig auch "multiresistenter Staphylococcus aureus" genannt. MRSA-Infektionen sind vor allem in Krankenhäusern ein Problem.

MRSA-Keime zählen den sogenannten Staphylokokken, einer Bakteriengruppe, die häufig vorkommt. Das Besondere am MRSA-Keim ist, dass viele Antibiotika nicht gegen ihn wirken – er ist multiresistent.

Für gesunde Menschen sind MRSA-Bakterien in der Regel harmlos. Ist die Abwehrkraft jedoch geschwächt, kann es zu einer Erkrankung durch MRSA kommen. Infektionen mit MRSA sind deshalb vor allem in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen ein häufiges Problem. Aber auch außerhalb von solchen Einrichtungen kann es zu MRSA-Infektionen kommen.

Je nach Krankenhaus ist ein großer Anteil derjenigen Infektionen, die erst während eines Aufenthalts erworben werden (sog. nosokomiale Infektionen), auf MRSA zurückzuführen: Das Robert-Koch-Institut schätzt nach einer Hochrechnung aus dem Jahr 2008, dass sich in Deutschland jährlich etwa 34.000 Patienten während ihres Aufenthalts im Krankenhaus mit MRSA infizieren. Europaweit liegen die Zahlen bei circa 170.000 MRSA-Infektionen mit über 5.000 Todesfällen. Insgesamt erkranken in Deutschland pro Jahr schätzungsweise 500.000 bis 800.000 Menschen an Krankenhausinfektionen, die neben MRSA auch verschiedene andere Erreger als Ursache haben – wobei nicht alle Erreger auch multiresistent sind.

Der MRSA-Keim kann als Teil der natürlichen Flora auf der Haut und den Schleimhäuten der oberen Atemwege vorkommen. Einige Menschen tragen den Bakterienstamm also ständig an sich, erkranken aber nicht daran. Häufig handelt es sich dabei um Personen, die vorher in einem Krankenhaus behandelt wurden oder dort arbeiten. Solche Personen können MRSA übertragen, ohne etwas davon zu wissen, und dadurch ungewollt zur Verbreitung von MRSA beitragen. Gerade für Krankenhaus- und Pflegepersonal ist dies ein wichtiger Faktor. Gesunde erkranken jedoch selten durch MRSA.
Man sieht eine elektronenmikroskopische Aufnahme von MRSA-Bakterien. © RKI

MRSA unter dem Elektronenmikroskop (Quelle: RKI)

MRSA-Erkrankungen können in Form von eitrigen Haut- oder Weichteilentzündungen auftreten – aber auch Lungenentzündungen oder Blutvergiftungen sind möglich. Im Prinzip handelt es sich hierbei also um Krankheitsbilder, wie sie typischerweise auch bei einer Infektion mit "normalen", nicht-resistenten Staphylokokken auftreten. Bei MRSA besteht allerdings das Problem, dass viele sonst wirksame Antibiotika nichts gegen den Keim ausrichten können. Das erschwert und verzögert die Behandlung. Anhand von Labortests lässt sich aber recht präzise herausfinden, welche Antibiotika den MRSA-Keim beim Betroffenen noch bekämpfen können.

Um das Risiko zu senken, dass sich MRSA-Keime in Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen ausbreiten, sollten Ärzte und Pflegepersonal Hygienemaßnahmen beachten, wie zum Beispiel:
- Hände desinfizieren
- Gegenstände desinfizieren
- Einmalhandschuhe benutzen

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